Fr., 12.10.2018

Ehrung im Ballenlager Viele engagieren sich im Hintergrund

Volles Haus im Ballenlager am Donnerstagabend. Insgesamt zehn Initiativen und Einzelpersonen wurden für ihr Engagement geehrt, aber auch die erfolgreiche Ehrenamtsentwicklerin bekam Anerkennung.

Volles Haus im Ballenlager am Donnerstagabend. Insgesamt zehn Initiativen und Einzelpersonen wurden für ihr Engagement geehrt, aber auch die erfolgreiche Ehrenamtsentwicklerin bekam Anerkennung. Foto: Jens Keblat

Greven - 

Die Stadt Greven ehrte am Donnerstagabend wieder verschiedene ehrenamtliche Initiativen und Einzelpersonen für ihr besonderes und vor allem freiwilliges und oftmals langjähriges sowie zeitintensives Engagement. Insgesamt elf Ehrungen wurden in diesem Jahr vorgenommen, eine davon kam für alle überraschend.

Von Jens Keblat

„Wenn wir nicht immer wieder Freiwillige finden würden, könnten wir unseren Laden zu machen.“ Dieser Satz stammt nicht etwa vom Bürgermeister Peter Vennemeyer, der am Donnerstagabend wieder gemeinsam mit der Ehrenamtsbeauftragten Ulrike Penselin zur Ehrung engagierter Bürger ins Ballenlager eingeladen hatte, sondern von Marita Dirks-Kortemeyer von der Lebenshilfe im Kreis Steinfurt. Denn eine der insgesamt zehn Ehrungen ging an die bereits seit über fünf Jahrzehnten bestehende „Müttergruppe“ der Lebenshilfe. Doch mit ihren Worten sprach Dirks-Kortemeyer sämtlichen Anwesenden aus der Seele.

Denn das Ehrenamt in der Stadt Greven lebt nicht nur von etablierten und zumeist gut bekannten Gesichtern, die Ämter, Funktionen und Aufgaben mit Leben füllen und nicht selten mindestens wie einen zweiten Hauptberuf wahr- und vor allem ernst nehmen, sondern vom Nachwuchs, der an vielen Stellen fehlt oder schlichtweg nicht ausreicht. Das ist einer der Gründe, weshalb es diese besondere Ehrung der Stadt Greven alle zwei Jahre gibt.

Fotostrecke: Ehrung von Ehrenamtlichen im Grevener Ballenlager

Zum inzwischen sechsten Mal hat sie jetzt stattgefunden. Und sie ist eine ebenso erfolgreiche Sache wie die verschiedenen Engagements, die dieses Mal wieder geehrt wurden. Die Bereitschaft zur Ausübung eines Ehrenamts zu stärken und verdienten Menschen für ihren Einsatz zu danken, sei Vennemeyer und Penselin eine wichtige Angelegenheit. Ebenso schwer, wie sich die Jury damit getan habe, würdige Preisträger aus einer Vielzahl von eingesendeten Vorschlägen herauszufiltern, hätten es sich diejenigen gemacht, die die Vorschläge eingereicht hätten. So füllte etwa das inzwischen 14-jährige Engagement der gerade einmal 24-jährigen Jessica Tackenberg (DRK) alleine eine Zwei-Seiten-Bewerbung, was alleine schon von hoher Anerkennung für die freiwillige Arbeit zeugt.

Geehrt wurden in diesem Jahr wieder ganze Gruppen, aber auch Einzelpersonen, vor allem jene, die viel leisten und dabei stets im Hintergrund agieren, sich selber nur ungern im Mittelpunkt eines Engagements sehen. „Ich bin da irgendwie so rein gerutscht. Für mich war das selbstverständlich, ich habe es unheimlich gerne gemacht“, sagte Martin Huckenbeck, der 42 Jahre lang im Löschzug Schmedehausen, davon 23 Jahre als Zugführer, aktiv war.

Seine Worte wiederum könnten auch von einer Frau stammen, die in Sachen Ehrenamt in der Stadt das Rad an vielen Stellen noch einmal neu erfunden hat, die als diplomierte Biologin zur Stadtverwaltung kam und erst spät noch einmal nach ganz neuen Herausforderungen suchte und ihre eigentliche Berufung fand: Ulrike Penselin. Am Donnerstagabend hatte sie ihren letzten offiziellen Auftritt und einen von ganz wenigen im Rampenlicht – eine Überraschung, mit der zuvor weder die Geehrte noch die vielen Ehrenamtlichen gerechnet hatten.

Mitte der 1980-er Jahre kam sie als Pionierin zur Stadtverwaltung, denn das damals neu gegründete Umweltamt war etwas Besonderes für die Stadt. Voller Wehmut ehrte Vennemeyer die verdiente Ehrenamtsbeauftragte als erste hauptamtliche Kraft in der Geschichte der Stadt für ihre Verdienste um das Ehrenamt. „Man darf mit allem Stolz sagen, dass Sie hier in Greven bei allen Workshops und Veranstaltungen mehr Teilnehmer hatten, als manche Großstädte. Das ist ein nicht unerheblicher Teil ihres persönlichen Verdienstes.“ Auch der Erfolg des EFI-Programms bezeichnete Vennemeyer als großartig.

Auf Penselin wartet jetzt der wohlverdiente Ruhestand, eine Nachfolgerin für sie wurde bereits gefunden.



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