23 500 Euro Schaden
Bewährung für Deckenklau und Gewalt

Greven -

Der Deckenklau in einem Textilunternehmen in Greven stand am Freitag im Mittelpunkt einer Gerichtsverhandlung beim Schöffengericht in Rheine. Ein 33-jähriger früherer Lagerarbeiter aus Rheine musste sich laut Anklage wegen eines Gesamtschadens von knapp 23 500 Euro verantworten.

Montag, 15.10.2018, 14:21 Uhr aktualisiert: 16.10.2018, 16:36 Uhr
 
  Foto: dpa

Dabei soll er zwischen 2008 und 2015 in 19 Fällen Postenware an eine Kundin verschickt haben. Die Rechnungsbeträge gingen jeweils auf sein eigenes Konto. Zudem warf die Staatsanwaltschaft ihm eine Körperverletzung an seiner Lebensgefährtin in der gemeinsamen Wohnung in Rheine sowie eine Trunkenheitsfahrt ohne Führerschein in Rheine vor.

Die Körperverletzung wurde nach Anhörung der Ex-Freundin eingestellt, weil sie nicht mehr sagen konnte, wer mit der körperlichen Attacke angefangen hatte. „Wir haben uns gegenseitig geschlagen“, beschrieb sie den Ablauf im Zuge der Trennung. Deswegen wurde der Angeklagte zuletzt „nur“ wegen Diebstahls in 19 Fällen zu einem Jahr und neun Monaten mit Bewährung verurteilt.

Darin enthalten ist ein Urteil vom Amtsgericht Steinfurt, wo er wegen einer Vielzahl einschlägiger Taten in derselben Firma in Greven zu einem Jahr mit Bewährung verurteilt worden war. „Damals saß noch die gesamte Geschäftsleitung des Unternehmens im Zuhörerraum“, sagte der Verteidiger. Wegen der Trunkenheitsfahrt ohne Führerschein bekam der Angeklagte zusätzlich vier Monate auf Bewährung.

Zur Auflage machte das Schöffengericht ihm die Schadenswiedergutmachung. Seit zweieinhalb Jahren zahlt er monatlich 200 Euro an das Textilunternehmen in Greven. „In einem Vergleich wurden beim Landesarbeitsgericht inzwischen noch weitere 6400 Euro ausgehandelt“, informierte sein Anwalt über die bisherigen Gerichtsverfahren.

Der Angeklagte räumte alles ein. Er habe diese eine Kundin, die inzwischen verstorben ist, betreut. Sie habe grundsätzlich Bareinkäufe getätigt, bei denen auch die Rechnungen schon nach Bezahlung aus dem System genommen worden sein sollen. Später habe er ihr sein Konto genannt, auf welches sie die Beträge überweisen sollte. So habe er für sie die Bareinkäufe getätigt und ihr die Ware mit der Post geschickt. Die Frau wurde von der Polizei vernommen.

Die Trunkenheitsfahrt sei im Zuge der Trennung passiert. Weil seinen Freund in einem Supermarkt schwindelig geworden sei, hätte er sich an den Lenker gesetzt – und wurde erwischt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6121386?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker