Di., 16.10.2018

„Yxalag“ in der Kulturschmiede Musik in höchster Vollendung

Die sieben Musiker der Gruppe „Yxlag“ begeisterten das Publikum am Sonntagabend in er Kulturschmiede.

Die sieben Musiker der Gruppe „Yxlag“ begeisterten das Publikum am Sonntagabend in er Kulturschmiede. Foto: Ulrich Coppel

Greven - 

Klezmer, die folkloristische Musik der Juden Osteuropas, ist eine zugleich ganz hohe Kunst. Auf jeden Fall dann, wenn „Yxalag“ musiziert. Die Gruppe spielte am Sonntagabend in der Kulturschmiede und begeisterte

Von Ulrich Coppel

Das ursprünglich aus Studenten der Musikhochschule Lübeck gegründete Ensemble zählt inzwischen zu den besten und angesagtesten der Szene. Es gibt den klagenden Melodien und der feurige Ausgelassenheit dieser einzigartigen traditionellen Musik einen gebührenden Raum. Dazu gesellt „Yxalag“ Einflüsse aus Weltmusik, Klassik und ganz viel Persönliches.

Einen Tag nach dem Jubiläumskonzert anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens im Lübecker Kolosseum, zugleich das Releasekonzert der neuen CD „Fun Tashlikh“, verzauberten die sieben Musiker ihr Publikum in der Kulturschmiede. Der veranstaltenden „Kulturinitiative Greven“ gelang damit zweifellos am Sonntagabend die Veranstaltung eines Spitzenkonzertes.

Im renommierten Ludwigsburger „Bauer Tonstudio“, dort wo schon die größten der Großen aus Klassik, Unterhaltung, und vor Allem Jazz ihre Schallplatten und CDs aufnahmen, entstanden zwölf mitreißende neue Titel. Als Komponist und Arrangeur zeichnet Jakob Lakners verantwortlich. Er ist Saxofonist, Klarinettist, Bassklarinettist und Percussionist des Ensembles – und obendrein noch ein überaus charmanter Conférencier, wie er den Abend über keinen Zweifel ließ.

Live musizierte „Yxalag“ in höchster kammermusikalischer Vollendung. Blind verstanden sich die Musiker untereinander, etwa wenn sie sich die Soli wie Bälle zuwerfen, genauso, wie wenn sie die anderen willig begleiten. Bald schon wippen die ersten Publikumsfüße zum Beispiel im 9/8-Rhythmus, ohne dass irgendjemand auf die Idee kam, zu hinterfragen: „Moment mal - ist das nicht unglaublich schwer?“. Als „Yxalag“ spielte, klang alles mitreißend, leicht und entrückt.

Gitarrist Nicolas Kücken schrammelte den ganzen Abend über Akkorde auf seiner Gypsy-Gitarre. Bis auf ein einziges kurzes Solo, das sofort „alle Achtung“ beim Publikum erzeugte, bestach er als unprätentiöser Begleiter, mit blitzgenauen percussiven Gitarrenakzenten. Nichts von seiner Kunstfertigkeit drängt sich auf, doch wenn er nicht spielt, dann fehlt die Würze sofort.

Oder Kontrabassist Ulrich von Neumann-Cosel: Ein Solo-Intro zeugt von seinen Ausnahmequalitäten. Und wenn der Reihe nach Nele Schmidt, Juliane Färber und (vor allem) Kayako Bruckmann mit ihren stupenden Soli brillieren, dann berauschen mädchenhafte Unbeschwertheit und stupende Virtuosität wie eine Aufforderung zum Tanz. Einfach nur großartig!

Sogar einen augenzwinkernden „Tanz im Brauhaus“, entstanden nach einer Jam-Session „zwischen Kosakenchor, Jodelgruppe, Fußballmannschaft und Klezmer im Münchener Hofbräuhaus“ gab es – mit echtem Kuhglockn-Intro, versteht sich. Dicht gefolgt von „Ajde jano - Makedonsko Devojce“ in dem Lakner und Posaunist Luka Stankovic zur Höchstform aufliefen. Fantastisch!



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