Neue Boule-Bahn auf dem Spielplatz am Kirchweg
Der Spaß ist wichtiger als Punkte

Reckenfeld -

Die neue Boulebahn auf dem Spielplatz am Kirchweg wird bereits gut genutzt. Die Hoffnung von Ideengeberin Rosi Bechtel: dass die Anlage die Generationen zusammenbringt.

Freitag, 19.10.2018, 16:01 Uhr
Rosi Bechtel hofft, dass das Angebot von allen Generationen angenommen wird.
Rosi Bechtel hofft, dass das Angebot von allen Generationen angenommen wird. Foto: Oliver Hengst

In der ersten Runde geht es ganz schön knapp zu. Zwei Kugeln liegen beinahe gleich nah am „Schweinchen“. Mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Auf ein exaktes Nachmessen wird dennoch verzichtet. Es geht hier schließlich nicht um einen Wettbewerb, sondern um den Spaß.

Also gleich noch eine Runde. Dieses Mal muss nicht gemessen werden. Ulrich Scheipers gelingt ein so perfekter Wurf, dass seine Boule-Kugel exakt neben dem Schweinchen (der Zielkugel) zu liegen kommt. Der Punkt geht an ihn.

Schauplatz der netten Runde, die sich bei bestem Spätsommerwetter getroffen hat, ist die neue Boule-Bahn auf dem Spielplatz am Kirchweg. Ideengeberin Rosi Bechtel räumt freimütig ein: „Ich habe in meinem Leben noch kein einziges Mal Boule gespielt.“ Und doch machte sie sich für den Bau der Bahn stark, besorgte Sponsoren und führte viele Gespräche mit der Stadt.

Vor wenigen Wochen konnte die Bahn schließlich endlich – etwas später als gedacht – eingeweiht werden. „Mal sehen, wie es angenommen wird“, sagt Rosi Bechtel. Immerhin: Neulich fuhr sie samstags am Spielplatz entlang und sah eine Familie, die Boule spielte. „Das zu sehen, hat mich gefreut“, sagt die Initiatorin. Denn genau das sei die Hoffnung: dass alle Generationen das Angebot – am liebsten gemeinsam – nutzen.

Der Reckenfelder Bürgerverein investierte Hirnschmalz und Muskelkraft, denn ohne Eigenleistungen war das Projekt nicht zu stemmen. „Das ist eine weitere Attraktion für Reckenfeld“, freut sich Ludger Mussenbrock vom Re-Bü-Ve. Zwei Sitzbänke und eine Tafel mit den Regeln sollen noch folgen.

Elke Mussenbrock war neulich mit einer Damenrunde an der Boulebahn und hat beobachtet, dass Saerbecker Spieler (wo es auch eine Anlage gibt) zum Testen in Reckenfeld waren. „Ich habe mir sagen lassen: Wenn man es wettbewerbsmäßig spielt, sagt man Pétanque, als Hobby Boule oder Boccia.“ Letzteres sei die italienische Variante. Das Spiel sei aber letztlich dasselbe.

Dass Boule in Frankreich Teil des Lebensgefühls ist, wissen Ulrich Scheipers und Dagmar Dahmen von zahlreichen Frankreich-Urlauben. „In Frankreich wird es oft in größeren Gruppen gespielt“, sagt Ulrich Scheipers. Dabei sähen die offiziellen Regeln eigentlich vor, dass jeder gegen jeden antritt.

Für Rosi Bechtel ist „ihre“ Bahn der Versuch, einen kleinen Teil dieses entspannten Lebensgefühls nach Reckenfeld zu holen. „Ein sehr guter Gedanke“, lobt Dagmar Dahmen. „Daher“, sagt Rosi Bechtel, „war es mir auch nicht so wichtig, dass die Bahn Turniermaße hat.“ Das Miteinander stehe im Mittelpunkt.

Sagt es – und holt Schwung für einen weiteren Versuch. Wer es auch mal ausprobieren möchte, erhält gegen Pfand ein Leih-Boule-Set im Geschäft „Moro Neno“ am Kirchplatz. Natürlich kann man auch eigene Kugeln mitbringen. „Die sind gar nicht so teuer. Für den Anfang reichen ganz einfache“, rät Rosi Bechtel. Es muss ja nicht gleich die Profi-Ausstattung sein, die die Saerbecker dabei hatten. Deren Kugeln kosteten 30 Euro – pro Stück.

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