„Abassionato“ im Beatclub-Keller
Gestochene Pizzicati und schwebende Flageolettes

Greven -

Das außergewöhnlich hochkarätige junge Kammermusikensemble „Abassionato“ begeisterte am Samstagabend auf der Bühne des alten Gewölbekellers in der Martinistraße.

Sonntag, 21.10.2018, 15:36 Uhr aktualisiert: 23.10.2018, 16:38 Uhr
Juliane Bruckmann, Lars Radlof und Matthias Solle bilden zusammen das Kontrabasstrio „Abassionato“. Und sie wussten am Samstagabend zu begeistern.
Juliane Bruckmann, Lars Radlof und Matthias Solle bilden zusammen das Kontrabasstrio „Abassionato“. Und sie wussten am Samstagabend zu begeistern. Foto: Ulrich Coppel

Juliane Bruckmann, Lars Radlof und Matthias Solle bilden zusammen das Kontrabasstrio „Abassionato“. Solle ist einer der diesjährigen Preisträger eines Förderpreises der „Gesellschaft für westfälische Kulturarbeit“, erläuterten „GWK“-Geschäftsführerin Susanne Schulte und Beatclub-Vorstandsmitglied Ralf Wietkamp das Konzept der „Bliss“-Kooperation. Erneut brachte dies ein außergewöhnlich hochkarätiges junges Kammermusikensemble am Samstagabend auf die Bühne des alten Gewölbekellers in der Martinistraße.

Die drei jungen Musiker begannen mit drei zart-fragilen Renaissancefantasien des Briten William Byrd. Nichts von der Wucht riesiger Kontrabässe, sondern ganz nach feinen Gamben klang diese erste wunderschöne Kostprobe. In Johann Sebastian Bachs anschließendem „Allegro aus der Triosonate BWV 586“ fielen die kontrapunktischen Stimmverläufe angesichts der tiefen Register trotz brillantem Vortrags vergleichsweise unschärfer aus.

„La Chasse“ hieß das folgende klassische Werk des böhmischen Komponisten Johann Baptist Vanhal in einer Bearbeitung von Carolyn White. Entrückt verzauberte „Abssionato“ mit vornehmem Mozartparlando und beschwingter Leichtigkeit.

Mit Stephan Schäfers „Comedian Bassists“ begann ein überaus unterhaltsamer Programmblock aus inspirierter Salonmusik im Stile der „Comedian Harmonsits“, bevor man mit gestochenen Pizzicati und schwebenden Flageolettes in Teppa Hauta-Ahos „U.F.O.“ erstmals Topografien von kontrabassistischen Grenzverläufen zeichnete. Nach soviel Kraft und Stärke erklangen in Stefan Boleslaw Poradowskis „Trio für drei Kontrabässe“ Kleinode aus romantischen, detailverliebten Melodien.

Und schon kam der nächste überraschende Kontrast mit Emily Howards fast schon ein bisschen minimalistisch wirkenden Klangflächen in „Ocean deep“. Langsam und ruhig ging der Puls darin ganz weit herunter.

Feurig und lebensfroh hingegen Simon „Al Andalus“, das die drei Musiker übrigens, wie jedes andere Werk des Abends auch, technisch und musikalisch perfekt vortrugen. Auf Stefan Schäfers abschließendes „Busy Bassits“ folgten als Zugabe noch heitere Variationen auf Franz Schuberts berühmtes „Forellen“-Thema.

Wenn technische anspruchsvollste Herausforderungen satirisch überzeichnet wirken, dann sind große Künstler am Werk.

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