Weihbischof Friedrich Ostermann
„Das war sein Herzenswunsch“

Greven -

Friedrich Ostermann hat das Grünkreuz am FMO initiiert. Jetzt ist der Weihbischof mit 86 Jahren verstorben. Sein Wunsch: Die Friedensgebete sollen weitergehen.

Dienstag, 23.10.2018, 09:53 Uhr aktualisiert: 23.10.2018, 10:00 Uhr
Mitglieder des KKV mit Dr. Jochen Reidegeld (r.).
Mitglieder des KKV mit Dr. Jochen Reidegeld (r.). Foto: Privat

Für Weihbischof Friedrich Ostermann war das Grünkreuz am Flughafen Münster/Osnabrück eine Herzensangelegenheit. „Wir haben ihn noch vor zwei Wochen besucht“, sagt der Grevener Paul Pier, „er wollte eigentlich bei der Friedensandacht am Sonntag dabei sein. Das war sein Herzenswunsch.“

Aus gesundheitlichen Gründen musste er die Aufgabe allerdings abgeben. Gestern morgen, einen Tag nach der traditionellen Andacht am FMO, die so gut besucht war wie lange nicht mehr, starb der 86-jährige Weihbischof. Pier: „Als hätte er noch darauf gewartet.“

Die Geschichte des Grünkreuzes ist jedenfalls eng mit Ostermann verbunden. Als der Flughafen 1995 renoviert wurde, sei dessen Geschäftsführer auf ihn zugekommen, erzählte er: „Wir könnten noch etwas Religiöses gebrauchen.“ 20 000 Mark stand zur Verfügung.

Ostermann ging, erzählt er, auf Betteltour. 190 000 Mark brachte er schließlich für das ungewöhnliche Kunstwerk zusammen, ein Backsteinturm, der nach oben offen ist. In seiner Mitte befindet sich ein Kreuz aus grünschimmernden Glas. Geschaffen wurde er von Katarina Veldhues und Gottfried Schumacher. Er steht im Kreuzungsbereich des Hauptwegs zum Terminal 1 und einem alten Handelsweg.

Seit vielen Jahren wird im Herbst an der Skulptur „Westfälischer Frieden“ und am Grünkreuz vor dem Terminal des Flughafens FMO eine Friedensandacht gehalten. Am Sonntag kamen dazu über 60 Grevener unter der Leitung des stellvertretenden Generalvikars Dr. Jochen Reidegeld zusammen.

Dabei wurde ein Feldpostbrief aus dem 1. Weltkrieg verlesen, den ein Soldat von der Front an seine Mutter geschrieben hatte. In Gebeten und Schweigen wurde der Millionen Opfer der Kriege gedacht.

Jochen Reidegeld berichtete in einer Ansprache über seine Reise ins Kriegsgebiet Syrien/Irak, wo er noch vor ein paar Wochen unvorstellbares Leid in der unschuldigen Zivilbevölkerung erlebt habe. So wurde diese Friedensandacht, die in diesem Jahr erstmals vom KKV Greven organisiert war, zu einer Demonstration gegen den Krieg und für den Frieden.

In Gesprächen mit den Organisatoren des KKV hatte Weihbischof Ostermann immer wieder erklärt, wie sehr ihm die Friedensandacht am Herzen liege. Er bat darum, diese Tradition weiter zu pflegen. In den letzten Jahren hatte er die Friedensandachten immer persönlich geleitet. Für Paul Pier ist dieser letzte Wunsch eine Ehrensache.  

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