Auf der Greenhorn Ranch geht es wie im Wilden Westen zu
Reiten auf dem Naturtrail

Greven -

Auf der Greenhorn Ranch in Hüttrup werden Pferde trainiert. Auf dem Gelände gibt es einen Parcours aus mehr oder weniger alltäglichen Hindernissen, den die Pferde überwinden müssen.

Samstag, 27.10.2018, 16:52 Uhr aktualisiert: 27.10.2018, 17:00 Uhr
Auch die Gewöhnung an Wasser gehört zum Naturtrail-Training.
Auch die Gewöhnung an Wasser gehört zum Naturtrail-Training. Foto: Paula-Lina Taube

Auf einer großen Wiese mitten in der Hüttruper Heide tummeln sich gut 20 Pferde. Vom kleinen Isländern über schwere Kaltblüter bis hin zum lackschwarzen Dressurfriesen – die Vielfalt ist groß. Ihre Besitzer halten sie am Knotenhalfter oder an der Trense.

Mittendrin steht eine Frau mit Cowboy-Hut und pinkfarbenem Hemd. Hintendrauf das Logo der Grevener Greenhorn Ranch.

Anja Leismann begrüßt die heutigen Teilnehmer des Naturtrail-Einführungskurses, die zum Teil aus Unna und Essen angereist sind. „Ich sehe ein Paar alte Hasen und neue Gesichter in der Runde“, sagt die Westernreiterin.

Eine solche Trainingsmöglichkeit, wie Leismann und ihre gute Freundin Korinna Beutler hier geschaffen haben, gibt es erst wieder im Sauerland. Die Kurse sind oft weit im Voraus ausgebucht. Aber was ist ein Trail?

Übersetzt Wanderpfad, wird ein Parcours aus mehr oder weniger alltäglichen Hindernissen genannt, den die Pferde überwinden müssen.

Auf der Greenhorn Ranch fängt das bei scheinbar einfachen Aufgaben an, wie das vorsichtig Gehen über durcheinander liegende dicke Äste. Und es geht bis hin zu anspruchsvollen Übungen, wie zum Beispiel das Überqueren einer Hängebrücke. „Die Aufgaben stärken das Vertrauen der Pferde zu den Reitern und fördern die Trittsicherheit“, erklärt Leismann.

Vor vier Jahren hat alles angefangen. Die beiden Frauen wurden durch amerikanische Westernreiter inspiriert, dort gehören Trails zur alltäglichen Arbeit mit den Pferden.

Mit viel Herzblut und Hilfe der Hofbesitzer, Gitti und Hansi Stegemann, haben sie einen Parcours aufgebaut, der so in NRW einmalig ist. Schmale Holzbrücken, ein Teich mit unterschiedlich schwierigen Ein- und Ausstiegen, mit Sand gefüllte Treckerreifen und schmale Gassen. Jedes Hindernis wurde abgerundet und von der Versicherung abgenommen, das senkt die Verletzungsgefahr. Was bei selbst gebauten passieren kann, sieht man am Beispiel einer Teilnehmerin. Sie blieb an einem Hindernis hängen und riss es um.

Vor Schreck sprang ihr Pferd zur Seite und zog die Besitzerin mit sich. Zwei Operationen am verletzten Bein sind die Folge. Zu Beginn war das Pferd noch sehr ängstlich und angespannt, hatte es doch gerade erst eine schlechte Erfahrung gemacht, wurde aber mit der Zeit immer sicherer.

Und noch etwas liegt der Trainerin am Herzen: „Bitte nie einfach selber ein Hindernis ausprobieren, das kann ganz schnell nach hinten los gehen!“ Ein über eifriges Paar hat die Treckerreifen überquert. Leismann und Beutler wissen genau, worauf man achten muss, deshalb auch der ganztägige Einführungskurs. Danach darf man auch auf eigene Faust den Naturtrail nutzen.

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