Matthias Herding über Wohnbauflächen
„Die Stadt der kurzen Wege“

Greven -

Rund 2200 Wohneinheiten werden in den nächsten zwölf Jahren in Greven gebraucht. „Wenn wir weiter so wachsen“, schränkt Matthias Herding, Grevens Stadtplaner, ein. Aber daran hegt er eigentlich keinen Zweifel. Und das bedeutet Arbeit für ihn. Denn der Markt an frischen Baugrundstücken ist in der Emsstadt eng.

Mittwoch, 31.10.2018, 08:56 Uhr aktualisiert: 31.10.2018, 09:00 Uhr
Matthias Herding zeigt im Flächennutzungsplan auf die Kroner Heide, jenseits der B481, wo noch Wohnbauflächen möglich wären.
Matthias Herding zeigt im Flächennutzungsplan auf die Kroner Heide, jenseits der B481, wo noch Wohnbauflächen möglich wären. Foto: Günter Benning

Zunächst wäre da mal ein Perspektivenwandel nötig, meint Herding, der seine beruflichen Sporen in Düsseldorf verdient hat. Derzeit gebe es in Greven ein Verhältnis von zwei Dritteln Einfamilienhäusern und einem Drittel Mehrfamilienwohnungen. „Wenn es nach dem Bedarf geht“, sagt Herding, „müssten wir das eigentlich drehen.“

Auch müsse man sich fragen, was beispielsweise Senioren oder junge Familien heute suchen: Es werden Alternativen zum großen Haus auf einem großem Grundstück gesucht, etwa stadtnahe Wohnungen, bezahlbar und mit überschaubarem Grünanteil. Der Gemüsegarten muss nicht mehr sein. Ein Eigenheim bleibe aber für Familien wichtig.

Was die Mehrfamilienhäuser angeht, hat sich Greven in den vergangenen Jahren anders entwickelt. In der Wöste werden künftig etwa 2000 Menschen leben, Zumeist in Einfamilienhäusern mit 500-Qadratmeter-Grundstücken zu Grundstückspreisen um die 250 bis 300 Euro pro Quadratmeter.

Vor Jahren hatte es die Stadt mit Grünen- und CDU-Stimmen abgelehnt, hier ein größeres Areal für den Mietwohnungsbau zu kaufen. Damals kostete der Quadratmeter 50 Euro. Greven hätte es voll finanzieren müssen. „Möglicherweise“, gibt heute etwa der Grüne Ratsherr Michael Kösters-Kraft zu, „war das ein Fehler.“

Derzeit gibt es in der Wöste noch einen vierten Bauabschnitt mit etwa 80 Grundstücken in privater Hand. Das entspricht einem Achtel der Grundstücke. Auch in den ersten drei Bauabschnitten sind noch einige Grundstücke nicht bebaut.

Weitere Potenziale hätte Greven jenseits der B481 zwischen Schmedehausener Straße und Kroner Heide. Ein Wohngebiet, das im Flächennutzungsplan ausgewiesen ist und deutlich größer als die Wöste mit ihren 700 Wohneinheiten wäre.

„Die Vor- und Nachteile der Entwicklung dieser Fläche sind sorgfältig abzuwägen. Es werden beispielsweise Kitas, Schulen und Straßen mit entsprechenden Folgekosten notwendig“, sagt Herding. Es entstünde ein neuer Stadtteil, der verkehrstechnisch sinnvoll an die Innenstadt angebunden werden müsse.

„Man muss sich fragen, wie man die Nahversorgung der dann dort lebenden Menschen sicher stellt“, sagt Herding. Andererseits könnte man in großem Umfang Bauland bereitstellen und so der hohen Nachfrage entsprechen.

Bei der Wöste hat das Planungsverfahren rund zehn Jahre gedauert, das sind die Zeiträume, mit denen Planer umgehen.

Ansonsten bleibt die Innenentwicklung erklärtes Ziel der Stadtentwicklung. Zum Beispiel die geplanten Häuser an der Mühlenstraße – sehr dicht am Bahnhof. Hier will die CDU die ganze Umgebung in eine Planung mit einbeziehen.

Im Reckenfelder Ortskern gibt es auch noch einmal 150 bis 180 Wohneinheiten. Und wenn der städtische Betriebshof umzieht, kann es auch an der Saerbecker Straße Platz für Wohnungen geben, deutet Herding an. Für ihn ist es wichtig, die sich bietenden Chance zu nutzen und in Innenstadtnähe Wohnraum zu schaffen. Die „Stadt der kurzen Wege“ ist hierbei wichtiges Leitbild der Stadtplanung.

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