Gutes Zeugnis für Pilotprojekt „Fit in Deutsch“
Freiwillig die Schulbank gedrückt

Greven -

Sprache lernen – das ist für die Kinder in der Anne-Frank-Schule ganz wichtig.

Mittwoch, 31.10.2018, 12:57 Uhr aktualisiert: 31.10.2018, 13:00 Uhr
Deutsch lernen macht Spaß: 25 geflüchtete Kinder drückten auf Einladung der Stadt und der Abenteuerkiste in der zweiten Ferienwoche die Schulbank – freiwillig.
Deutsch lernen macht Spaß: 25 geflüchtete Kinder drückten auf Einladung der Stadt und der Abenteuerkiste in der zweiten Ferienwoche die Schulbank – freiwillig. Foto: th

Die Mädchen und Jungen, die an Gruppentischen in dem Klassenraum der Anne-Frank-Schule Platz genommen haben, folgen gespannt den Ausführungen von Anna-Greta Eilert und Dorina Höhn. Die beiden Sprachlernbegleiter der Abenteuerkiste üben mit den Kindern Deutsch, erklären die Bedeutung von Wörtern oder stellen Schreibaufgaben. Eine Woche lang machen die beiden Pädagoginnen die Kinder zusätzlich fit in einer Sprache, die für viele der Sechs- bis Zwölfjährigen bis vor kurzem noch gänzlich unbekannt war. Bei ihnen handelt es sich um geflüchtete Kinder. Mit dem Programm „FIT in Deutsch“ legen sie Extraschichten außerhalb des regulären Schulunterrichtes ein. Während der Ferien und angebunden an die Ferienkiste.

„FIT in Deutsch“ ist ein vom Land NRW entwickeltes und weitgehend finanziertes Ferien-Intensiv-Training. „Ziel ist die Förderung der deutschen Sprache“, erklärt Claudia Niemeyer. Sie koordiniert bei der Stadt Greven das Programm, das ein Teil der Maßnahmen bildet, mit denen zugewanderte Kindern und Jugendliche unterstützt werden.

25 Mädchen und Jungen beteiligen sich an dem in Greven zum ersten Mal durchgeführten Programm. Die Nachfrage war deutlich höher. Fast noch einmal so viele Kinder hätten gerne teilgenommen. „Das große Interesse hat uns überrascht“, erklärt Beate Tenhaken. Bei ihrem Besuch der Klasse spricht die zuständige Fachbereichsleiterin deshalb auch von einem „gelungenen Versuch“.

Einige der Kinder leben bereits seit drei Jahren in Greven, einige erst seit drei Monaten. Entsprechend unterschiedlich sind die sprachlichen Voraussetzungen, mit denen Anna-Greta Eilert und Dorina Höhn konfrontiert werden. Die beiden Sprachlernbegleiter, die als langjährige Team- und Wochenleiter der Ferienkiste über einen großen Erfahrungsschatz verfügen, sind für ihre Aufgaben extra geschult wurden.

Ihnen gelingt es ganz offenbar, die Kinder für das Lernen der deutschen Sprache zu begeistern. „Die spielerische Auseinandersetzung mit den Lerninhalten kommt gut an“, findet auch Claudia Niemeyer.

Dass es in dem Projekt nicht ausschließlich um das Lernen der Sprache geht, scheint ein Schlüssel zum Erfolg. Ihre Pausen verbringen die Ferien-Schüler zusammen mit den Ferienkistenkindern in der benachbarten Mühlenbach-Halle. Ein Mehrgewinn, wie Beate Tenhaken betont: „Die Verknüpfung zu bestehenden Angeboten war uns besonders wichtig. Wir wollen Synergien nutzen.“

Die Ferienkiste scheint diesen Effekt zu erzeugen. Das findet auch Mara Book von der Abenteuerkiste. „Die Kinder verbringen die Mittagspause gemeinsam und spielen miteinander. Das klappt sehr gut.“ Sie kann sich eine Fortsetzung des Projektes jedenfalls gut vorstellen.

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