Die Steinerne Schleuse
Der vergebliche Kanal

Greven -

Die „Steinerne Schleuse“ ist eine der beiden Schleusen des Max-Clemens-Kanals. Sie stand in Westerode zwischen der Gaststätte Wermelt und dem Hof Epping.

Freitag, 02.11.2018, 09:52 Uhr
Der Plan der Steinernen Schleuse stammt aus dem Aufsatz „Der Max-Clemens-Kanal“ von Volker Innemann, veröffentlicht im Grevener Boten Nr. 6.
Der Plan der Steinernen Schleuse stammt aus dem Aufsatz „Der Max-Clemens-Kanal“ von Volker Innemann, veröffentlicht im Grevener Boten Nr. 6. Foto: Bez

Der Kanal, der bis 1816 „Canal zwischen Münster und Schwoll“ Zwolle, NL hieß, erhielt seinen Namen von den münsterischen Fürstbischöfen Klemens-August und Max-Friedrich.

Am 9. Mai 1724 erfolgte im Beisein des Fürstbischofs Klemens-August der erste Spatenstich zum Kanalbau in Münster-Kinderhaus. Münster sollte so über Hollands Kanäle bis zur Zuidersee und dadurch mit der Nordsee verbunden werden.

Ende 1729 war der Kanal bis in die Nähe von Wettringen ausgebaut, er war 32 Kilometer lang, es fehlten nur wenige Kilometer bis zur Steinfurter Aa, bis zur Vechte und zum Wasserweg nach Holland. Hier endete der Bau aus finanziellen Gründen endgültig, und man baute als Endpunkt Maxhafen, ein Posthaus und ein Speditionshaus.

Auf dem Kanal verkehrten drei, zuletzt sieben Treckschuten (16 Meter lang, drei Meter breit) und ein Postschiff, alle von Pferden gezogen, also getreidelt.

Der Grundstein zur Steinernen Schleuse wurde am 26. Oktober 1726 unter der Leitung des holländischen Wasserbauingenieurs Meetsma im Beisein hochgestellter Persönlichkeiten gesetzt. Aber erst im Juni 1728 konnte die erste Schleusung vorgenommen werden.

Die Größe dieser aus Sandstein gebauten Schleuse war beträchtlich. Ihre Grundfläche bildete ein längliches Zwölfeck, ihre Länge betrug 144 Fuß (1 Fuß = 34 cm), ihre Breite 13 Fuß, die Innenbreite betrug 23 Fuß, die Höhe der Wände und auch der Schleusentore erreichte 23 Fuß, der Unterschied zwischen dem Unterwasser und dem Oberwasser betrug 12 Fuß. Eine Schleusung dauerte etwa 25 Minuten. Bei einer Schleusung hätten bis zu fünf Treckschuten in der Schleuse Platz gehabt, sie war also viel zu groß geplant worden.

Der Kanal wurde bis zur Steinernen Schleuse zwar durch die Münsterische Aa mit Wasser gespeist, aber er litt je nach Jahreszeit immer wieder unter Wassermangel und Hochwasser. Deshalb musste man als Ergänzung zur Steinernen Schleuse (Steenerne Schluse) in Westerode die Hölzerne Schleuse (Höltne Schluse) in Münster-Sandrup bauen.

Große Probleme entstanden immer wieder durch Dammbrüche, durch Versandung und Verschlammung des Kanals. Im April 1815 entstand ein so großes Leck, das die Schleuse unpassierbar wurde. Es war entstanden, weil der benutzte Sandstein viel zu schnell verwittert war. Im selben Jahre legte man die Landstraße von Greven nach Nordwalde, die ursprünglich den Kanal mit einer hölzernen Brücke überquerte, durch den Kanal hindurch, so dass die Kanal-Durchfahrt hier nicht mehr möglich war. Man musste hier deshalb einen Kran errichten, der die auf dem Kanal transportierten Güter jeweils von der einen auf die andere Seite der Straße hob.

Am 23. Juni 1840 wurde der Kanal durch eine Kabinettsorder des preußischen Königs aufgehoben, das Land an die anliegenden Bauern verkauft. Die Steine der Steinernen Schleuse wurden zum Neubau der Kirche in Sendenhorst verwendet.

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