Für Eltern gibt es genügend Kita-Plätze
Fast alle Kinder sind in der Kita

Greven -

Sechs neue Kitas, dazu noch siebeneinhalb zusätzliche Gruppen. Seit vier Jahren ist Grevens Kita-Szene explodiert.

Dienstag, 06.11.2018, 06:27 Uhr aktualisiert: 06.11.2018, 06:30 Uhr
Frank Hänel und Cordula Beinker befassen sich im Jugendamt mit dem Bedarf an Kita-Plätzen.
Frank Hänel und Cordula Beinker befassen sich im Jugendamt mit dem Bedarf an Kita-Plätzen. Foto: Günter Benning

Die Zeiten ändern sich. Cordula Beinker kann das an den Zahlen festmachen: 2014, als die stellvertretende Fachdienstleiterin im Rathaus die erste Kita-Statistik bearbeitete, gingen rund fünf Prozent der Kinder unter zwei Jahren in eine Kita. „Heute sind es 15 Prozent“, sagt sie.

Bei Kindern zwischen zwei und drei Jahren sind es schon 80 Prozent aller in Frage kommenden Kids. Und bei den älteren läuft die Quote auf 100 Prozent zu. Schlicht gesprochen: Alle sind in der Kita. Und das, sagt Beinker, „habe ich vor einigen Jahren nicht erwartet.“

Der gesetzliche Anspruch auf einen Kita-Platz, aber auch die Selbstverständlichkeit, mit der junge Eltern Kinder und Job unter einen Hut bringen wollen, führt zu einem rasanten Anstieg des Platz-Bedarfs in den Kitas. „In den letzten vier Jahren“, sagt Fachdienstleiter Frank Hänel, „haben wir allein 7,5 Gruppen an bestehenden Kitas angebaut.“ Und es sind sechs ganz neue Einrichtungen hinzugekommen.

Am 9. November läuft das zentrale Anmeldeverfahren für die Grevener Kitas aus. „Ich gehe davon aus“, sagt der Chef des „Jugendamtes“, „dass wir alle Kinder unterbringen können.“

Auch für Hänel ist es immer wieder erstaunlich, wie schnell sich der Bedarf bei den Eltern geändert hat. Das Angebot verlockt. „Als in der Kinderland-Kita an der Wilhelm-Busch-Straße Übermittagsbetreuung angeboten wurde, gab es nur ein Ganztagskind“, sagt er. „Heute gibt es nur ein Kind, das nicht im Ganztag ist.“

Für die Stadt bedeutet das erhebliche Ausgaben. 2015 belief sich der Betriebskostenaufwand für die Kitas auf 10,2 Millionen Euro. Rund fünf Millionen übernahm das Land, 1,2 Millionen floss durch Elternbeiträge herein, vier Millionen musste die Stadt stemmen. Im Haushalt 2018 geht es schon um rund 14,1 Millionen, rund acht Millionen vom Land, zwei von den Eltern und 4,5 Millionen von der Stadt. Und weil das eine Pflichtaufgabe der Kommune ist, so Hänel, „kommen wir aus der Verpflichtung auch nicht raus.“

Und was, wenn sich der Bedarf doch mal ändert? Weil etwa in einem Wohngebiet die kleinen Kinder nicht nachwachsen? „Alle neuen Kitas sind als Investorenmodell gebaut“, sagt Hänel. Für die Stadt ist das am kostengünstigsten.

Und falls in ferner Zukunft mal eine Kita nicht mehr erforderlich sein sollte, lassen sie sich in Wohnungen umwandeln: „Mit ein bisschen Trockenbau.“

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