Besuch in einer Gruppe mit Unter-Dreijährigen
Im Bällebad der Krabbelkäfer

Greven -

Besuch in einer Krabbelgruppe für Kleinstkinder. In den Kinderland-Einrichtungen spielte „U3“ eine immer größere Rolle.

Dienstag, 06.11.2018, 06:27 Uhr aktualisiert: 06.11.2018, 06:30 Uhr
Erzieherin Nicole Wallenfels (3.v.l.) und Kinderland-Einrichtungsleiterin Nicole Dieckmann (r.) in der Übergangsgruppe für unter Dreijährige mit den Kindern Emil, Lisa, Jonas und Mio.Erzieherin Nicole Wallenfels (3.v.l.) und Kinderland-Einrichtungsleiterin Nicole Dieckmann (r.) in der Übergangsgruppe für unter Dreijährige mit den Kindern Emil, Lisa, Jonas und Mio.
Erzieherin Nicole Wallenfels (3.v.l.) und Kinderland-Einrichtungsleiterin Nicole Dieckmann (r.) in der Übergangsgruppe für unter Dreijährige mit den Kindern Emil, Lisa, Jonas und Mio.Erzieherin Nicole Wallenfels (3.v.l.) und Kinderland-Einrichtungsleiterin Nicole Dieckmann (r.) in der Übergangsgruppe für unter Dreijährige mit den Kindern Emil, Lisa, Jonas und Mio. Foto: Günter Benning

Lisa klammert sich an Nicole Wallenfels. Emil fühlt sich im Bällebad ganz wohl und Jonas und Mio suchen noch den Schmusekontakt. Besuch bei den Krabbelkäfern im Kinderland-Familienzentrum an der Wilhelm-Busch-Straße: 126 Kinder gibt es hier, in sechs Gruppen. „Und einer halben“, sagt Nicole Dieckmann, die Leiterin der Kita, „nämlich der mit den Krabbelkindern von neun bis 18 Monaten.“

Lisa, Emil, Jonas und Mio stehen für einen Trend. Immer jüngere Kinder besuchen die Kitas. Der Kinderland e.V., der in Greven vier Einrichtungen führt, hat sich darauf eingestellt. „Unser jüngstes war sechs Monate“, sagt Julia Untiet, die noch an der Overmannstraße und demnächst in der Wöste arbeitet.

„Jede Altersgruppe hat ihre Reize“, findet Nicole Wallenfels, die am Montagmorgen mit vier Krabbelkäfern spielt. Kleinstkinder haben darüber hinaus allerdings noch besondere Bedürfnisse. Sie brauchen Windeln und Pflege, werden gefüttert, schlafen mehr als andere.

Kinderland, eine Tochter von „Lernen fördern“ mit Sitz in Ibbenbüren, hat dafür ein Konzept, das in einer eigenen „Bildungsmanufaktur“ umgesetzt wird. Hier gibt es Weiterbildungsangebote. „Fachkraft für U3-Kinder“, steht etwa dabei auf dem Schlusszertifikat. Genauso wie es Fachkräfte für den Schulübergang gibt.

„Im Schnitt ist jede Mitarbeiterin fünfeinhalb Tage im Jahr auf einer Fortbildung“, sagt Tina Deipenbrock, Leiterin der Kinderland-Kita an der Teichstraße, „wir lassen uns das etwas kosten.“

Dass immer jüngere Kinder in die Kitas kommen, hat einen Sog entwickelt. „Kinder, die zuhause bleiben“, sagt Nicole Dieckmann, „finden in ihrer Nachbarschaft ja niemanden mehr zum Spielen.“ Junge Eltern machen sich immer früher Gedanken darüber, wo sie ihre Kinder unterbringen wollen. Neulich kam eine schwangere Mutter mit ihrem Mann in die Kita an der Teichstraße. „Als die Mutter den Namen des Kindes angab“, lacht Tina Deipenbrock, „meinte der Vater nur, ‚‘kommt gar nicht in Frage‘.“ Der Name war noch Verhandlungssache.

Dabei ist es zunehmend wichtig, dass zwischen Eltern, Kindern und Erzieherinnen ein Vertrauensverhältnis aufgebaut wird. „Wir führen immer Anfangsgespräche und besuchen die Familien zu Hause“, erklärt Tina Deipenbrock. Dort fühlen sich die Kinder wohl und man bekommt unvermittelt Kontakt zu ihnen.

In einem Punkt unterscheiden sich die Kleinkinder nicht von älteren Kita-Kids: Auch sie nutzen oft die Übermittagsbetreuung. Geöffnet sind fast alle Einrichtungen in Greven von sieben bis 17 Uhr, 50 Stunden in der Woche. Wählen können die Eltern 15, 25 oder 45 Stunden. Deipenbrock: „Relativ viele Eltern nutzen die Zeit am späten Nachmittag auch aus.“

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