Crashkurs: Fahranfänger werden aufgeklärt über Folgen von Fahrlässigkeit
Autowracks, Blaulicht und Trauer

Greven -

Die Bilder sind drastisch: Ein Trümmerfeld auf der Straße und überall Blaulicht. Unfallfotos wie diese schockieren. Am Mittwoch liefen sie im gut gefüllten Ballenlager vor jungen Fahranfängern ab. Sie sind überdurchschnittlich an Unfällen beteiligt. Oft mit Todesfolge.

Dienstag, 06.11.2018, 19:20 Uhr
Ilona Berner (links), Mutter eines Unfallopfers (2.v.l.), Angela Budke (2.v.r.) und Karsten Elpers (rechts).
Ilona Berner (links), Mutter eines Unfallopfers (2.v.l.), Angela Budke (2.v.r.) und Karsten Elpers (rechts). Foto: Simon Döbberthin

Eine eindringliche Aufklärung ist notwendig, um solche Tragödien künftig zu vermeiden.

Im Ballenlager moderierte Ilona Berner von der Direktion Verkehr bei der Polizei Steinfurt einen Crashkurs für die Zehntklässler der Anne-Frank-Realschule, der Nelson Mandela Gesamtschule und der Förderschule An der Ems. Ihr Ziel: mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

Aufgezeigt wurde die Rettungskette vom Notarzt, bis zum Notfallseelsorger. Aber auch Eltern eines Unfallopfers kamen zu Wort. „Geboren, um zu leben und nicht, um jung zu sterben“, zitierte Ilona Berner den Song des bekannten Sängers „Der Graf“ von der Band „Unheilig“.

Jung sterben. Dieses Schicksal betrifft nicht nur die Opfer direkt, sondern auch Angehörige und Ersthelfer am Unfallort.

Malte Werner, Polizeibeamter in Steinfurt, berichtete von einem „ganz entspannten Spätdienst“, bis das Funkgerät ertönt. „Frontalzusammenstoß zwischen Mülllaster und Kleinwagen“ heißt es in der Meldung. „Der Tag ist gelaufen“, erinnert sich Werner.

Am Unfallort angekommen trifft er auf eine von Trümmern übersäte Straße. Ein junges Mädchen verlor bei dem tragischen Unfall ihr Leben. Vier weitere wurden verletzt. Ursache des Unfalls: Ablenkung. Die 18-jährige Fahrerin wollte eine Whats­app-Nachricht beantworten, als sie von der Spur abkam und ins Schleudern geriet.

Leichtsinnigkeit fordert immer wieder Todesopfer. Geschwindigkeitsüberschreitung, Nichtanlegen eines Anschnallgurtes, aber auch erschwerte Wetterverhältnisse, wie Nässe, zählen ebenfalls zu den häufigsten Unfallursachen.

Schlimmer als die Ersthelfer trifft es meist die direkten Angehörigen der Unfallopfer. Die Eltern von Benjamin, der 17 Jahre alt war, als er verunglückte, trauern nach wie vor. Obwohl sein Unfall heute knapp fünf Jahre her ist.

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