Team der Franziskusbücherei lernt „Kollege Computer“ an
Fleißarbeit soll Früchte tragen

Reckenfeld -

Bevor der neue Kollege den Mitarbeiterinnen wirklich helfen kann, muss er erst mal gründlich angelernt werden. Denn von Hause aus kann er (fast) nichts, außer Nullen von Einsen zu unterscheiden. Aber der Neue hat Potenzial. Daher geben sich die Mitarbeiterinnen der Franziskus-Bücherei ordentlich Mühe mit ihm.

Mittwoch, 07.11.2018, 12:20 Uhr aktualisiert: 07.11.2018, 12:30 Uhr
Claudia Waltring (rechts) und Else Uenning sind zuversichtlich, dass die Einführung der PC-Technik die Abläufe verbessert.
Claudia Waltring (rechts) und Else Uenning sind zuversichtlich, dass die Einführung der PC-Technik die Abläufe verbessert. Foto: Oliver Hengst

Damit der PC, den die Bücherei im August geliefert bekommen hat (genau genommen sind es zwei Geräte), zur erhofften Verstärkung werden kann, muss man ihn vor allem mit Informationen über die Medien füttern. Sämtliche Bücher, CDs und Zeitschriften, die bislang analog, also von Hand, verwaltet worden sind, müssen „katalogisiert“ werden. „Das dauert schon eine Weile. Man kann ungefähr zehn Bücher pro Stunde neu eingeben“, sagt Büchereileiterin Claudia Waltring. Eingeben heißt: in einem bestimmten Programm den Autorennamen, Titel, ISBN-Nummer eintippen und eine kurze Inhaltsangabe ergänzen. Letztere ist wichtig, weil künftig (neben anderen Diensten) auch eine Online-Reservierung von Büchern möglich sein soll.

Bei rund 2000 Medien, die die Franziskus-Bücherei im Bestand hat, ist diese aufwändige Arbeit nicht gerade im Handumdrehen erledigt. Vier eigens geschulte (ehrenamtliche) Mitarbeiterinnen kümmern sich um diese Aufgabe – neben der ganz normalem Bücherei-Arbeit, die obendrein anfällt.

Wann das Füttern des Computers mit den nötigen Daten abgeschlossen sein könnte, lässt sich allenfalls grob schätzen. „Ich hoffe, Anfang des nächsten Jahres“, sagt Claudia Waltring. Dann endet endgültig die computerlose Zeit – die wie lange währte? „Die Bücherei wird nächstes Jahr 90 Jahre alt“, schmunzelt Claudia Waltring vielsagend.

Früher, also im Grunde auch noch heute, wurden Bücher bei der Ausleihe von Hand notiert und auf Karteikarten vermerkt. Bei der Rückgabe dann das ganze Stempel-, Haken machen und Notieren-Ritual rückwärts. Funktioniert zuverlässig – ist aber nicht unbedingt bequem.

Künftig wird das deutlich leichter. Mit einem Handscanner (wie an der Baumarktkasse) wird ein Strichcode eingelesen – und fast fertig! „Es wird vieles einfacher. Man muss mit der Zeit gehen“, sagt Claudia Waltring. Das sehe auch der Bischof so, der den Büchereien im Bistum die nötigen Mittel zur Verfügung stellte, um die neue Technik anzuschaffen. „Der hat einiges locker gemacht“, sagt eine dankbare Büchereileiterin.

Für Kunden der Bücherei ergeben sich dadurch ganz neue Möglichkeiten. Man kann Bücher online recherchieren, vorbestellen und verlängern oder sich digital an das nahende Ende der Ausleihfrist erinnern lassen. Und die Mitarbeiterinnen? Für die wird es unter anderem deutlich leichter, Ausleihstatistiken zu erstellen, die das Bistum regelmäßig anfordert. Bücher ermitteln, die Jahre lang nicht ausgeliehen worden sind – der Kollege Computer erledigt das bald mit einem Mausklick.

Was sich – Technik hin oder her – nicht ändert ist die menschliche Komponente, die persönliche Beratung, die familiäre Atmosphäre in der Franziskusbücherei. Und einen netten Plausch, für den hier fast alle zu haben sind, den kann der neue Kollege auch nicht bieten.

► Öffnungszeiten: dienstags von 17.30 Uhr bis 18.30 Uhr,

donnerstags von 16 Uhr bis 17 Uhr und sonntags von 10.30 Uhr bis 11.30 Uhr (Kirchplatz 8).

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6172698?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker