Fr., 09.11.2018

Maßnahmenbündel zur Verkehrsberuhigung Wöste: Raser werden ausgebremst

In vielen Straßen wird nach Beobachtung der Anwohner zu schnell gefahren, weshalb sie sich Hindernisse wie Westfalenpoller wünschen. Insgesamt 30 Stück davon sollen im Baugebiet aufgestellt werden.

In vielen Straßen wird nach Beobachtung der Anwohner zu schnell gefahren, weshalb sie sich Hindernisse wie Westfalenpoller wünschen. Insgesamt 30 Stück davon sollen im Baugebiet aufgestellt werden. Foto: Privat

GReven - 

In der Wöste ist alles schön gerade für Raser. Jetzt will die Stadt gegensteuern.

Von Oliver Hengst

Nach zwei Ortsterminen, in den Anlieger intensiv auf Verkehrsprobleme in ihrem Viertel hingewiesen haben, will die Stadt nun eine ganzes Bündel von Maßnahmen ergreifen, die für mehr Sicherheit sorgen sollen. Vorgesehen sind:

► Der Neubau von Parkplätzen und Baumscheiben an der Leinweberstraße. Die Anordnung erfolgt abhängig von privaten Zufahrten und im Raster der vorhandenen Parkplätze.

► Zusätzliche Fahrbahnmarkierung Tempo „30“ auf der Fahrbahn im Bereich von Leinweber- und Teichstraße als zusätzliche Orientierung für Autofahrer.

► Zusätzlich Verkehrsberuhigung in den 4,75 Meter breiten verkehrsberuhigten Bereichen durch je zwei Westfalenpoller pro Straßenabschnitt, in Summe knapp 30 Stück.

► Einrichtung von zwei Einengungen (3,50 Meter) im Bereich der Blaufärberstraße auf Höhe der Kita Il Nido.

► Einrichtung eines zusätzlichen Beetes zur Verkehrsberuhigung im Bereich Schuster-/Töpferstraße.

► Zusätzliche Hinweisbeschilderung für die privaten Baustellenverkehre des dritten Bauabschnittes.

► Reduzierung der Geschwindigkeiten in den Baustraßen mittels Tempo-20-Beschilderung. Die Beschilderung soll an fünf Stellen aufgestellt werden (2x Leinweber-/Holzschuhmacherstraße, Drechsler-/Holzschuhmacherstraße, Zimmermann-/Holzschuhmacherstraße, Overmann-/Zigarrenmacherstraße).

Der Betriebsausschuss segnete die Maßnahmen am Mittwochabend einstimmig ab. Insgesamt kosten Schilder, Kegel und Beete rund 71 000 Euro. Der Ausschussvorsitzende Ulrich Zeranka (SPD) nannte das Maßnahmenpaket einen „großen Schritt in eine Richtung, die gut ist für die Wöste“. Jürgen Hildwein (FDP) begrüßte die Maßnahmen ebenfalls, mahnte aber an, dass durch Kontrollen auch gewährleistet werden müsse, dass die neuen Regelungen beachtet werden. „Sonst haben wir davon nichts. Jeder kehrt vor seiner eigenen Haustür und beklagt: Bei mir wird zu schnell gefahren. Fünf Meter weiter fahren sie dann aber selbst zu schnell.“ Und einige Ausschussmitglieder warfen die Frage in den Raum, warum all diese nun beschlossenen Dinge nicht gleich bei der Planung des Baugebietes realisiert worden sind.

André Kintrup, im Rathaus für Verkehrsfragen zuständig, hält die mit den Bürgern abgestimmten Maßnahmen für wichtig und richtig. Eine Verengung der Fahrbahn, wie sie etwa durch Kegel oder zusätzliche Beete / Parkplätze erreicht werde, führe automatisch zu einer Verkehrsberuhigung. „Auch wenn es eng ist, in den Bereichen könnten zwei Pkw noch langsam aneinander vorbei fahren – immer vorausgesetzt, alle haben gut geparkt. In der Praxis ist das eine gute Verkehrsberuhigung, weil sich eben doch nicht jeder Fahrer traut, da vorbeizufahren.“ Im Zweifel werde eben gewartet, bis der Begegnungsverkehr die Engstelle passiert habe. Eben das sei gewünscht.



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