Sa., 10.11.2018

Herbert Verlage sammelt für die Kriegsgräberfürsorge Weil die Gräber Mahnmale sind

Junge Menschen pflegen Kriegsgräber, die zugleich Mahnmale sind. Für Aktionen wie diese setzt der Volksbund Kriegsgräberfürsorge das gesammelte Geld ein. Auch friedensstiftende Jugendbegegungscamps werden finanziert.

Junge Menschen pflegen Kriegsgräber, die zugleich Mahnmale sind. Für Aktionen wie diese setzt der Volksbund Kriegsgräberfürsorge das gesammelte Geld ein. Auch friedensstiftende Jugendbegegungscamps werden finanziert. Foto: dpa

Greven - 

Junge Menschen pflegen Kriegsgräber, die zugleich Mahnmale sind. Für Aktionen wie diese setzt der Volksbund Kriegsgräberfürsorge das gesammelte Geld ein. Auch in Greven wird derzeit wieder gesammelt.

Von Oliver Hengst

Warum es auch heute noch wichtig ist, Gräber zu pflegen und zu erhalten, über 70 Jahre nach dem Endes des Zweiten Weltkrieges? Da muss Herbert Verlage nicht lange überlegen: „Um den Menschen immer wieder die Sinnlosigkeit des Krieges vor Augen zu führen – vor allem jungen Menschen.“ Herbert Verlage setzt sich für ganz besondere Gräber ein, für jene, in den Kriegstote bestattet sind, militärische und zivile Opfer gleichermaßen. Das sagt er auch deshalb, um deutlich zu machen, dass es bei der Kriegsgräberfürsorge, für die er im November wieder sammelt, keinesfalls um Heldenkult oder die Verklärung der Geschichte geht. Mitnichten. Die Gräber sind Mahnmale. Vor allem die riesigen Soldatenfriedhöfe mit hunderten, ach was: tausenden weißen Kreuzen: sie sind für Herbert Verlage eine Verpflichtung, die bis in die heutige Zeit reicht. Letztlich dient alles diesem einen Ziel: dafür Sorge zu tragen, dass es nie wieder Krieg gibt. Dass dies nötiger denn je ist, lässt sich schon daran ablesen, dass es seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges schon wieder mehrere Dutzend Kriege auf diesem Planeten gab.

Daher setzt sich der Volksbund Kriegsgräberfürsorge für Begegnung, Aussöhnung und Friedensarbeit ein. Der Grevener Herbert Verlage unterstützt den Volksbund seit 2009 bereitwillig dabei. Jedes Jahr im November sammelt er Geld ein, das für vielfältige Aktionen verwendet wird, unter anderem für internationale Jugendbegegnungscamps, bei denen junge Menschen für ein friedliches Miteinander sensibilisiert werden. Der Volksbund versteht sich als von Parteien und Konfessionen unabhängige Aktion, die zur Wachsamkeit gegenüber Vorurteilen, Hass und Gewalt gegen Mitmenschen aufrufen will. Die Kriegsgräberfürsorge erfahre durch kriegerische Auseinandersetzungen, Terrorakte und Gräueltaten, wie sie beinahe täglich in den Medien zu finden seien, eine bleibende, furchtbare Aktualität.

Vor diesem Hintergrund Kriegsverbrechen zu verharmlosen – für Herbert Verlage ein Unding. Die Nazizeit und der Holocaust seien eben kein „Fliegenschiss der Geschichte“, wie kürzlich AfD-Vorsitzender Alexander Gauland meinte. „So etwas kann man einfach nicht sagen, es ist nicht richtig.“ Die Kriegsverbrechen der Nazi-Diktatur seien „das schlimmste, was jemals in deutschen Namen geschehen ist“, betont Verlage.

„Ich gehe auf die 80 zu“, sagt er, der eigentlich gehofft hatte, dass schon in diesem Jahr jemand anderes seine Aufgabe übernehmen würde. Doch noch gibt es keinen Nachfolger für Herbert Verlage. Im Hintergrund aber laufen bereits Gespräche. Vielleicht im nächsten Jahr, so hofft Verlage, kann er einen Nachfolger mit der Sammlung betrauen. Dass es weitergehen soll, weitergehen muss, das steht für ihn außer Frage.

Also zieht er bald wieder los, spricht Menschen an und lässt sich gerne ansprechen. Um die 2000 Euro kamen zuletzt zusammen, eine Marke, die Verlage natürlich auch in diesem Jahr wieder erreichen möchte. Die Sammlung dauert bis Ende November. Herbert Verlage ist erreichbar unter ✆ 32 14. Auf Wunsch werden Spendenquittungen ausgestellt.



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