Popchor Münster im ausverkauften Ballenlager
Knackiger A-cappella-Rock-Pop-Salat

Greven -

Da waren selbst die sechs Grevener Mitglieder des Pop-Chores Münster überrascht: Beim Konzert am Sonntagabend war das Ballenlager voll besetzt.

Dienstag, 13.11.2018, 10:57 Uhr aktualisiert: 13.11.2018, 11:00 Uhr
Sie können nicht nur singen: Zu jedem Song gibt’s vom Pop-Chor Münster eine selbst ausgearbeitete Choreographie
Sie können nicht nur singen: Zu jedem Song gibt’s vom Pop-Chor Münster eine selbst ausgearbeitete Choreographie Foto: Stefan Bamberg

Für Christiane, Bernd, Martin, Stefan, Peter und Julius ist das heute ein Heimspiel. Und ein ausverkauftes noch dazu: Kein Platz mehr frei im Ballenlager – das hat selbst die sechs mitsingenden Lokalmatadore überrascht. So gegen kurz nach zehn dürfte aber jedem klar gewesen sein, dass sich der Popchor Münster seine vielen Zuhörer redlich verdient hat.

Volle Möhre vor voller Hütte – ein knackiger A-cappella-Rock-Pop-Salat. Der mit Bruno-Mars-Kaufhaus-Geklimper beginnt, das – nur so mit Stimme – plötzlich gar nicht mehr nach Kaufhaus klingt. Insbesondere jedoch pflegt das Ensemble die deutsche Musik-Kultur: Herberts „Was soll das?“. Silbermonds „Himmel auf“. Oder auch die Story vom winzigen Windstoß, der zum feuchten Surfer-Traum avanciert: „Das ist die perfekte Welle!“ – Juli im November.

Konzert des Pop-Chores Münster im Grevener Ballenlager

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Ein Aha-Moment gleich nach der Pause: „Summer moved on“ – wie wahr, wie wahr. Nun aber ab in die musikalische Champions League: Der folgende Sportsfreund war am Start, als Pilatus seine Hände in Unschuld wusch, als Kennedy sterben musste, ja sogar als die Nazis Blitzkrieg machten – ein bisschen „Sympathy for the devil“ bitte! Dieser Devil aus Münster allerdings sieht – trotz fast originalgetreuer roter Melone und Lederjacke – nicht ganz so gruselig aus wie Mick Jagger.

Dennoch: Die Optik braucht sich hinter der Akustik keineswegs zu verstecken. Zu jedem Song gibt’s eine selbst ausgearbeitete Choreographie, mühelos löst sich der Chor fürs passende Ambiente aus der Sopran-Alt-Tenor-Bass-Stehordnung – ohne dass der Klang in Gewusel abdriftet.

Besonders großes Tennis: die Spuk-und-Grusel-Show zum „Zweiten Gesicht“ von Seeed-Frontmann Peter Fox: „Ein Biest lebt in Deinem Haus, Du schließt es ein, es bricht aus…“ – die Sänger krabbeln da fast von der Bühne. Leicht verschreckte Mienen im Publikum deshalb – und der Wunsch: Komm‘ schon, lieber Peter, mach‘ doch noch mal ein Solo-Album!

Apropos, wo wir schon mal bei Beats aus Berlin sind: Farin Urlaub und seine angeblich beste Band der Welt hat der Chor auch drauf, mit viel Angst, Hass, Titten und Wetterbericht – selten wurde das Programm der Bild-Zeitung so prägnant zusammengefasst wie bei „Lasse red’n“. Und selten das dort besungenen Klatsch-und-Tratsch-Gehabe präziser dargestellt als von Andreas Warschkows Truppe.

Der Leiter – mit gelben Turnschuhen übrigens fast auf Fußballprofi-Kurs – dirigiert mit Westernhagens „Freiheit“ dann sogar noch eine kleine politische Duftmarke. Insgesamt aber ist‘s – und das kann ja auch mal schön sein – doch lockere Unterhaltung. Oder, frei nach Lionel Richie, der übrigens auch vorkommt: Easy like a Sunday evening…

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