Pilotenausbildung am FMO
Fliegen lernen leicht gemacht

Greven -

Seit 20 Jahren kooperiert der Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) mit der Hochschule Osnabrück. So richtig öffentlich wurde die Zusammenarbeit bisher nie. Am Dienstag trauten sich die Studierenden, ihr Professor Thomas Derhake und dessen Kollege Steffen Schrader aus der Deckung: Sie haben etwas entwickelt, von dem selbst ein alter Hase wie FMO-Chef Rainer Schwarz glaubt, dass es nachhaltige Folgen haben könnte.

Mittwoch, 28.11.2018, 07:20 Uhr aktualisiert: 28.11.2018, 08:21 Uhr
Studierende der Hochschule Osnabrück kalibrieren das Flugzeug auf die Bedürfnisse Anna Mistries. Sie fliegt zum ersten Mal – mit einer Eye-Tracking-Brille, die ihre Augenbewegungen aufzeichnet.
Studierende der Hochschule Osnabrück kalibrieren das Flugzeug auf die Bedürfnisse Anna Mistries. Sie fliegt zum ersten Mal – mit einer Eye-Tracking-Brille, die ihre Augenbewegungen aufzeichnet. Foto: Jürgen Christ

Dienstagvormittag, FMO, Flugzeughangar. Etliche Studierende sind da, Derhake, Schrader, Schwarz und ei­ne kleine Maschine, mit der Schrader und Anna Mistrie gleich fliegen werden. Es ist das erste Mal, dass die junge Frau hinterm Steuerknüppel sitzt.

Eine Stunde zuvor haben der Professor und sein Projektleiter er­klärt, um was es geht. Das Ziel ist zweigeteilt, beides klingt zunächst lapidar, beides hat es jedoch in sich. Wer „Aircraft and Flight Engineering“ in Osnabrück studiert, verknüpft die luftfahrttechnische Ingenieursausbildung mit dem Erwerb eines Pilotenscheines.

Das Auge des Flugschülers im Blick

Bei Letzterem setzen Derhake und Schrader Eye-Tracking-Brillen ein. Damit dokumentieren sie, wohin der Flugschüler im Flieger blickt – und das deckt sich nicht immer mit dem, wohin er schauen soll. Eine Folge: Die Ausbilder wissen, wo sie nachsteuern müssen. Eine zweite ist die Erkenntnis, dass etliche Instrumente nicht immer optimal angeordnet sind.

Punkt zwei: Maschine und Pilotenschüler üben Starts und Landung mit Hilfe eines Simulators, dessen virtuelle Realität so echt wirkt, dass man den Unterschied kaum bemerkt. „Dabei zeichnen wir auch die physikalische Belastung für den Körper auf“, sagt Schrader.

Projekt zur Pilotenausbildung der Hochschule Osnabrück am FMO

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  • Studenten bereiten einen Flug vor. Ein Kommilitonin wird wenig später ihren ersten analogen Flug absolvieren.

    Foto: Jürgen Christ
  • Bei einem innovativen Projekt der Hochschule Osnabrück am Flughafen Münster-Osnabrück stehen neue Methoden in der Pilotenausbildung im Mittelpunkt.

    Foto: Jürgen Christ
  • Denis Kravchenko checkt die Bilder der Videobrille für eine Flugschülerin.

    Foto: Jürgen Christ
  • Anna Mistrieh vor ihrer ersten analogen Flugstunde...

    Foto: Jürgen Christ
  • ...davor hatte die Studentin der Hochschule Osnabrück...

    Foto: Jürgen Christ
  • ...ausschließlich digital trainiert.

    Foto: Jürgen Christ
  • Ihr Kommilitone Denis Kravchenko (mit Laptop) checkt die Bilder der Videobrille der Flugschülerin...

    Foto: Jürgen Christ
  • ...während andere Studenten die technischen Abläufe überwachen.

    Foto: Jürgen Christ
  • Die Hochschule Osnabrück gewährte Einblicke in das innovative Projekt.

    Foto: Jürgen Christ
  • Studienbeauftragter und Testpilot Steffen H. Schrader lässt sich von seiner Flugschülerin noch einmal die Videobrille erklären.

    Foto: Jürgen Christ
  • Professor Thomas Derhake von der Hochschule Osnabrück (li.) und FMO-Chef Rainer Schwarz erläutern Medienvertretern die Vorgehensweise in einem Hangar des FMO.

    Foto: Jürgen Christ
  • FMO-Chef Professor Rainer Schwarz lässt sich die neue Technik erklären.

    Foto: Jürgen Christ
  • Studienbeauftragter und Testpilot Steffen H. Schrader.

    Foto: Jürgen Christ

Hilfe bei der Flugzeugentwicklung

Brille und Simulator sollen zweierlei bewirken: Die ergonomischen und visuellen Bedürfnisse von Piloten können künftig in der Flugzeugentwicklung stärker berücksichtigt werden. Das gibt es so noch nicht.

„Zudem hilft uns die virtuelle Wirklichkeit in der Ausbildung, die Zahl der echten Landeübungen um 30 Prozent zu reduzieren“, sagt Schrader. Rund 12.000 Trainingsflüge finden jährlich am FMO statt. Minus 30 Prozent bei Landeübungen ist stattlich – und bedeutet eine ebensolche Entlastung. Für Anwohner und die Natur.

Flughafen Münster/Osnabrück

Hintergründe, Fakten, Wissenswertes: Wir fassen zusammen und ordnen ein: Was Sie über den Flughafen Münster/Osnabrück wissen müssen, erfahren Sie jetzt in unserer WN Story zum Thema FMO.

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