Fr., 07.12.2018

Tante Tönni Leben im Tante-Emma-Laden

Tante Töni in ihrem Tante-Emma-Laden in Schmedehausen.

Tante Töni in ihrem Tante-Emma-Laden in Schmedehausen. Foto: Georg Schlichtmann.

Greven - 

Tante Tönni – wohlgemerkt, damit ist nicht „Tante Toni“ gemeint, die Schneidermeisterin, die 30 Jahre lang ehrenamtlich die Paramente und Messdienerkleidung der St. Martinus-Gemeinde instand hielt und ebenfalls in Greven recht bekannt ist. Gemeint ist hier „Tante Töni“ aus Schmedehausen, die mit bürgerlichem Namen Antonia Weiligmann hieß und eine Tochter des Bernhard Georg Weiligmann (1876-1935) war.

Von Hans-Dieter Bez

Dieser betrieb neben der Kirche in Schmedehausen, also am Domhof, eine Bäckerei, einen Lebensmittelladen mit Kolonialwaren, eine Gastwirtschaft und eine Poststelle. Übernommen hatte er sie von seinem Vater Johann Bernhard Weiligmann, bekannt für die Gründung des geselligen Vereins „Westfalia“.

Geboren wurde sie am 5. September 1919 als die Zweitjüngste von sechs Kindern. Nach dem Besuch der Höheren Handelsschule arbeitete sie im elterlichen Geschäft. Dieses wurde nach dem Tode ihrer Mutter (Juli 1942) durch die Erbengemeinschaft „Geschwister Weiligmann“ weitergeführt. Nach dem Tode ihrer engsten Verwandten übernahm Tante Töni für fast 30 Jahre die Leitung des Geschäfts.

Im Jahre 1886 hatte der „Kaiserliche Oberpostdirektor Soldmann aus Greven“ dem „Krämer und Bäcker (Johann) Bernhard Weiligmann Wohlgeboren in Schmedehausen“, dem Großvater von Tante Töni, die Urkunde über die „Einrichtung einer Posthülfsstelle dortselbst“ überbracht.

Im Jahre 1971 bedankte sich die Bundespost bei Tante Töni aus Anlass des 85 jährigen Bestehens der Poststelle im Hause Weiligmann für viele Jahre treuer Dienste.

Mitte der 1980-er Jahre wurde die Poststelle, am 1. Juni 1982, wurde die Gaststätte Weiligmann geschlossen. Der „Tante Emma-Laden“ wurde von Tante Töni aber noch lange Zeit weitergeführt, sehr zur Freude der Schmedehausener.

Im Sommer 2013 wurde schließlich auch der „Tante-Emma-Laden“ von Antonia Weiligmann geschlossen. Ihre Stammkundschaft bedauerte das sehr, ganz besonders aber die Kinder, die bei ihr Bonbons, Lakritz oder Schokolade kauften.

Bald nach Aufgabe ihres Ladens wohnte Antonia Weiligmann im Gertrudenstift in der Innenstadt.

Sie starb am 28. Mai 2016.



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