Zeitungs-Mitarbeiter wagt den Aufstieg in die Gondel eines Windrades
Zittrige Knie in 150 Metern Höhe

Greven/Saerbeck -

Der klassische Adventskalender verbirgt hinter seinen Türen jeden Tag eine Überraschung. Wenn‘s kein gekaufter ist, schreiben manche Leute dort kleine Wünsche, Geschichten, etwas Heiteres hinein. Wir schauen in unserem diesjährigen lokalen Adventskalender hinter Türen, die für die meisten Menschen verschlossen sind. 20 Geschichten von verborgenen Orten. 20 Überraschungen: Heute steigen wir für Sie auf ein Windrad.

Samstag, 01.12.2018, 10:09 Uhr aktualisiert: 01.12.2018, 10:20 Uhr
Zu sehen sind die Windkraftanlagen des Bioenergieparks und der direkten Umgebung.
Zu sehen sind die Windkraftanlagen des Bioenergieparks und der direkten Umgebung. Foto: Simon Döbberthin

Zittrige Knie und ein flaues Gefühl im Magen. So stehe ich vor dem Windrad im Bioenergiepark Saerbeck. Jeden Moment kann es hoch gehen.

Dieter Ruhe, Geschäftsführer von „b&r energie“ und verantwortlich für die Anlagen, kennt die Unruhe. Sein Name ist ein Omen. Gelassen erklärt er, dass bei einem Ausfall des Aufzugs die Leiter zum Auf- und Abstieg dienen soll.

„Ich musste selbst schon aus 70 Metern aus dem Aufzug klettern“, berichtet er. Nicht wirklich beruhigend.

Mit schwerem Sicherheitsgeschirr um den Körper geht es nach einer kurzen Einführung los. Ein Blick auf den kleinen Aufzug, in dem nur zwei Personen Platz finden, beunruhigt mich. Er hängt frei in dem hohen Turm. Das macht einen instabilen Eindruck.

„Das Windrad ist abgestellt, damit der Aufzug nicht ins Schwanken gerät“, erklärt Dieter Ruhe. Dennoch hängt die Kabine frei an Seilen und ich spüre ein leichtes Wackeln der Kabine. Acht Minuten dauert die Fahrt bis zur Gondel, die in einer Höhe von etwa 150 Metern liegt. „Die letzten zehn Meter müssen dann zu Fuß über die Leiter gemacht werden“, sagt der Anlagenführer.

Oben angekommen überwältigt mich die Größe der Gondel, die von unten so winzig aussah. Durchmesser: sieben Meter. Da bekomme ich weder Platzangst, noch Angst vor der Höhe. Gut gelüftet und sogar beheizt fühlt es sich an, wie am Boden. „Wenn man die Flügel waagerecht fixiert, dann kann man sogar in ihnen laufen“, erzählt Dieter Ruhe. Diese Erfahrung bleibt mir jedoch erspart. Dafür betrete ich das Dach des Windrades. Mich überkommt ein unwohles Gefühl, aber zur gleichen Zeit eine adrenalinhaltige Zielstrebigkeit.

Mit den Füßen auf der vorletzten Stufe der Leiter lässt sich die unvergleichbare Aussicht genießen, bei der mir die Sonne bei strahlend blauem Himmel in den Rücken scheint.

In der Ferne erkenne ich das Steinkohlekraftwerk in Ibbenbüren, dessen Energieerzeugung im Gegensatz zur Windkraftanlage, in einer gut sichtbaren Emissionswolke resultiert.

Der Flügel rechts von mir ragt senkrecht gen Himmel und mit einem Durchmesser von zwei Metern kommt er mir ebenfalls deutlich größer vor als erwartet.

Schließlich produziere ein einzelnes Windrad im Jahr genug Strom für mehr als 1500 Vier-Personen-Haushalte, so Ruhe. Auch die Vorstellung, dass sich die Flügelspitze bei Maximalleistung mit 300 Kilometern pro Stunde bewegen soll, verschlägt mir den Atem.

Als es dann wieder Richtung Boden geht, habe ich meine Höhenangst überwunden. Dieter Ruhe ist sich sicher: „Nach längerer Arbeitserfahrung tritt Routine ein. Höhenangst spielt dann keine Rolle mehr.“

Hoch oben auf dem Windrad

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  • Foto: Simon Döbberthin
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  • Hoch oben auf dem Windrad Foto: Simon Döbberthin
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