Fr., 07.12.2018

Serie: Verborgene Orte Busse auf dem Prüfstand

Ein Ziehharmonika-Bus der Firma Weilke aus der Grube fotografiert.

Ein Ziehharmonika-Bus der Firma Weilke aus der Grube fotografiert. Foto: Simon Döbberthin

Greven - 

Die riesigen Hallen auf dem Gelände von Weilke lassen schon erahnen, dass hier in großem Stil geschraubt, geölt und repariert wird. Umstellt von den „Patienten“, den Bussen und LKW des Fuhrparks, ähnelt der Hof einem „Wartezimmer“. Auf Herz und Nieren werden die Fahrzeuge dann in der Werkstatt geprüft.

Von Simon Döbberthin

„Kein Bus ist wie der Andere“, erklärt Udo Müllmann, Werkstattmeister im Betrieb. Daher sei es besonders wichtig, für jeden Einzelfall ausgerüstet zu sein.

Die jährliche Hauptuntersuchung und die Sicherheitsuntersuchung, die bei älteren Bussen jedes Vierteljahr stattfindet, gewährleisten die Sicherheit und Qualität der Busreisen.

Eine Grube im Boden dient zur Inspektion der Unterseite des Busses. Dort befinden sich unter anderem Tanks, die auf Dichtigkeit geprüft werden müssen, sowie Heizungsrohre.

Außerdem können problemlos die Bremsscheiben und Bremsklötze überprüft werden.

Falls ein Schaden bei den regelmäßigen Untersuchungen übersehen wird, trägt der Fahrer diese auf einem „Mängelzettel“ ein. „Durch Vandalismus fallen die meisten Reparaturarbeiten an“, berichtet der Werkstattmeister. Aufgeschnittene Sitze seien dabei keine Seltenheit. Aber nicht nur Schäden an Plastik und Polster müssen behoben werden. Auch Reifenschäden, Motorfehlfunktionen und Elektronikprobleme fallen in den Kompetenzbereich der Werkstattarbeiter. „Gerade wenn es ans Programmieren geht, wird es schnell kompliziert“, teilt Udo Müllmann mit.

Aber nicht jeder Bus mit Schaden schafft es bis zur Werkstatt. Wenn der Motor nicht mehr anspringt oder der Bus aus anderen Gründen nicht mehr eigenständig am Straßenverkehr teilnehmen kann, wird er abgeschleppt. Dies geschieht jedoch nicht wie gewohnt mit einem Abschleppwagen. „Der Bus ist zu groß, um ihn auf eine Ladefläche zu stemmen“, erklärt der Werkstattmeister. Deshalb muss ein LKW mit Schleppstange im Gepäck ausrücken, um das defekte Fahrzeug abzuholen.

Damit die Busse auf dem Weg nicht liegen bleiben, weil ihnen der Diesel ausgeht, werden sie täglich auf dem Hof von Weilke vollgetankt. So bleibt das aufwendige Abschleppen und Frust durch Verspätungen erspart.

Die Passagiere sehen auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder in den Urlaub nur den funktionierenden Bus. Ihre Erwartungen sind hoch. Pünktlichkeit, Qualität und Sicherheit werden groß geschrieben. Vergessen wird dabei meist die aufwendige Arbeit hinter den Kulissen. Mit strengem Blick steigt man oft in verspätete Busse, obwohl es oft um die eigenen Sicherheit geht.



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