Fr., 07.12.2018

Schüler ermöglichen Menschen mit Behinderung Teilhabe am gesellschaftlichen Leben Gymnasiasten als Lebenshelfer

32 Schüler und Schülerinnen der Oberstufe sind nun Lebenshelfer. Am Donnerstag trafen sie sich mit Prof. Dr. Klaus Gellenbeck (l.) und den verantwortlichen Pädagogen in der Schule.

32 Schüler und Schülerinnen der Oberstufe sind nun Lebenshelfer. Am Donnerstag trafen sie sich mit Prof. Dr. Klaus Gellenbeck (l.) und den verantwortlichen Pädagogen in der Schule.

Greven - 

Das Gymnasium und die Lebenshilfe haben sich zusammengetan, und nun gibt es sie: die Lebenshelfer. Seit Beginn des Schuljahres 2018/19 treffen sich regelmäßig 32 Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, um sich aktiv mit den Themen Behinderung, Inklusion und Teilhabe auseinander zu setzen, um dann Kinder und Jugendliche mit Behinderung in ihrer Freizeit zu begleiten.

Julia Al-Sibai, Projektbegleiterin und Lehrerin am Gymnasium, stellt fest: „Wir Organisatoren wussten, dass wir eine große Zahl von sehr engagierten Jugendlichen haben.“ Dass sich dann 32 Schüler und Schülerinnen für die Ausbildung zum „Lebenshelfer“ bewerben würden, habe den Arbeitskreis Soziales Lernen (Julia Al-Sibai, Svenja Gehm, Andreas Henke und Susanne Willer) dennoch überrascht und erfreut.

Susanne Willer, ebenfalls als Lehrerin des Gymnasiums mit im Projekt aktiv, ergänzt: „In diesem Projekt können die Jugendlichen soziales Lernen auf einer ganz anderen Ebene erfahren als im Schulalltag. Im nächsten Schritt geht es darum, das erlernte theoretische Wissen in die Praxis umzusetzen.“

Nicht erst an dieser Stelle kommen Jana Oetker und Nicole Menke, Sozialpädagoginnen der Lebenshilfe, ins Spiel. Sie waren von Beginn an ins Projekt involviert. Zunächst haben sie den Lebenshelfern Themen wie Erste Hilfe, Datenschutz, Inklusion, Teilhabe usw. theoretisch näher gebracht. Nun geht es darum, gemeinsam interessante praktische Einsatzmöglichkeiten zu finden. „Unsere Samstagsgruppe braucht zum Beispiel gerade dringend begeisterte neue Begleiter, die mit den Teilnehmern kochen, backen, und auch mal ins Kino gehen“, freut sich Jana Oetker schon auf die baldige Verstärkung.

Zwei ballsportbegeisterte Lebenshelfer freuen sich hingegen schon darauf, ein Fußballprojekt für Kinder und Jugendliche mit Behinderung zu initiieren. Im Familien unterstützenden Dienst (FuD) warten ebenfalls spannende Einsätze auf die motivierten Lebenshelfer: Samstag ein Stadtbummel mit einer jungen Rolli-Fahrerin oder dienstagsnachmittags ein Spielplatzbesuch mit einem Kind mit dem Down Syndrom. Nicole Menke bringt in diesem Bereich die Schülerinnen und Schüler mit den passenden Nutzern zusammen.

Während ihrer zukünftigen praktischen Einsätze können die Jugendlichen auf eine zuverlässige Anleitung und Begleitung sowohl durch die Schule als auch die Lebenshilfe vertrauen. Unterstützt wird das Lebenshelfer-Projekt durch Schulleitung und Kollegium des Augustinianum sowie den Vorstand und Aufsichtsrat der Lebenshilfe, Dr. Klaus Gellenbeck. Schulleiter Dr. Krobisch sieht das Projekt im Kontext des sozialen Lernprogramms am Gymnasium. „Soziale Verantwortung und individuelles Engagement für Menschen mit Behinderung wirken zurück auf die persönliche Entwicklung der Schüler und Schülerinnen und das Schulklima.“ Die 32 Schüler sind neben ihrem normalen Schulpensum freiwillig in diesem Projekt dabei.

Dr. Klaus Gellenbeck vom Aufsichtsrat der Lebenshilfe sowie Nora Linden vom Vorstand können das nur bestätigen. Darüber hinaus profitieren die Menschen mit Behinderung von motivierten jungen Menschen, die sie in ihrer Freizeit unterstützen und so die Möglichkeiten der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft erweitern.



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