Ein Blick in die neue Hermes-Versandhalle
Schiefe Wand – für das Radar

Greven -

120 Garagentor rundherum. Da fragt man sich, wie kann diese Halle beheizt werden. Mit drei verschiedenen Systemen, erklärt Projektleiter Alexander Schmidt bei einer Baustellenbesichtigung.

Freitag, 28.12.2018, 13:31 Uhr aktualisiert: 28.12.2018, 15:24 Uhr
Blick in die Hermes-Halle mit ihren rund 120 Garagentoren.
Blick in die Hermes-Halle mit ihren rund 120 Garagentoren. Foto: Günter Benning

„Die Wand ist schief“, sagte Alexander Schmidt, „ein bisschen.“ Schmidt ist gerade aus Hamburg angereist, um auf der Hermes-Baustelle im Airportpark nach dem Rechten zu sehen. Er ist hier der Projektleiter. Und tatsächlich, die Hallenwand in Richtung Flughafen neigt sich etwas. „Das muss so sein“, erklärt Schmidt, „um das Radar nicht zu stören.“

Das neue Hermes-Logistik-Center

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  • Blick in die Hermes-Versandhalle.

    Foto: Günter Benning
  • Blick in die Hermes-Versandhalle.

    Foto: Günter Benning
  • Blick in die Hermes-Versandhalle.

    Foto: Günter Benning
  • Blick in die Hermes-Versandhalle.

    Foto: Günter Benning
  • Blick in die Hermes-Versandhalle.

    Foto: Günter Benning
  • Blick in die Hermes-Versandhalle.

    Foto: Günter Benning
  • So sieht die Halle von außen aus..

    Foto: Günter Benning
  • So sieht die Halle von außen aus..

    Foto: Günter Benning
  • So sieht die Halle von außen aus..

    Foto: Günter Benning
  • So sieht die Halle von außen aus..

    Foto: Günter Benning
  • So sieht die Halle von außen aus..

    Foto: Günter Benning
  • Hier entstehen künftig die Verwaltungsbüros.

    Foto: Günter Benning
  • Hier entstehen künftig die Verwaltungsbüros.

    Foto: Günter Benning
  • Blick in bereits fertiggestellte Versandzentren. Sie werden alle nach dem gleichen Grundmuster erstellt und eingerichtet.

    Foto: Hermes
  • Blick in bereits fertiggestellte Versandzentren. Sie werden alle nach dem gleichen Grundmuster erstellt und eingerichtet.

    Foto: Hermes

Soviel also zum Flughafenbezug dieser Großbaustelle, auf die man schon deshalb schlecht kommt, weil sie so matschig ist. Bis zu 3,50 Meter hoch wurde hier Erde eingebracht. Der Grundwasserspiegel war zu niedrig. 80 000 Kubikmeter Erde waren nötig. Schmidt hat die Zahlen parat: 63 000 Quadratmeter ist das Grundstück groß, 47 000 davon sind überbaut. Die Halle ist um die 13 Meter hoch.

„Wollen Sie Bauschuhe?“, hatte der Ingenieur vom Bauherrn ECE noch freundlich gefragt. Wir haben abgewinkt und uns mit dem Sicherheitshelm begnügt. So geht es vom Containerbüro auf die Schlammpiste.

„Wir sind gut in der Zeit“, berichtet derweil Schmidt. Das Unternehmen Range Industriebau aus Alfeldt arbeitet schneller als geplant. Der Bauleiter hat den 80 Arbeitern Weihnachtsferien gegeben. Im August will man hier fertig werden, um das nächste Wintergeschäft mitzunehmen. 13 Monate Bauzeit wären es dann.

Der größte Teil der Außenfassade ist schon montiert. Tiefblau ist die Unternehmensfarbe. Genau wie hier in Greven sehen die anderen neun Logistikzentren von Hermes aus. Sie unterscheiden sich nur in der Länge, sagt Schmidt. Greven gehört zu den kürzeren.

Neben der Halle entsteht ein Pförtnerhaus mit Sozialräumen für die Fahrer. Außerdem ein Verwaltungsgebäude mit Großraumbüro. Alles sieht noch sehr nach Beton aus, aber der Projektleiter hat schon im Büro Bilder von anderen Centern gezeigt. Moderne, helle Büros. Auch von der Halle gibt es bereits Fotos. Aufgenommen in schon fertiggestellten Hermes-Centern. Lange Lieferbände, spiralförmige Rutschen, alles in blau gehalten, fast schon elegant.

Endlich haben wir es durch den Matsch zum Haupttor geschafft. Schwere Bauwagen fahren hier herein, ziehen Rillen in den Boden. Innen wirken sie wie Matchboxautos im Wohnzimmer. Rund 120 Garagentore umkreisen die Halle. Und der erste Gedanke ist: Das zieht.

„Stimmt“, sagt Schmidt, „darum haben wir auch drei Heizungssysteme eingebaut.“ Einmal wird über Deckenkollektoren Wärme an der Hallendecke produziert. Dann gibt es Gas-Dunkelstrahler. Die erzeugen Wärme durch infrarote Strahlung. Und über jedem Tor hängen Torluftschleier. Wenn die Lkw und die Kleintransporter heranfahren, wird warme Luft in die Container geblasen. „Die Mitarbeiter sind uns sehr wichtig“, erklärt der Projektmitarbeiter. Nichts wäre schlimmer, als wenn bei Kälte die Mannschaft mit Erkältung ausfällt.

Die ECE, die zum Firmenverbund der Hamburger Familie Otto gehört, betont immer wieder die Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern. Aber sie setzt auch auf Nachhaltigkeit. Das Projekt hat eine Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen erhalten, ein DGNB-Zertifikat.

„Wir binden die Natur ein“, sagt Schmidt in der Halle, die zumindest im Fußbereich noch sehr nach Natur aussieht. Später liegt hier Industriefußboden. Und Förderbänder beschleunigen den Umschlag der Pakete: Von den großen Lkw links zu den kleinen Sprintern auf der anderen Seite. Alles muss schnell gehen.

„Lagerflächen sind hier so gut wie gar nicht vorgesehen“, erklärt Schmidt. Dafür gebe es später die Möglichkeit, in einer zweiten Ebene zusätzliche Technik einzubauen, falls der Bedarf sich erhöht. Wie sich der Bedarf entwickelt? Bisher wurden alle Prognosen für den Bau der neuen Hermes-Logistik-Centren von der Wirklichkeit überholt. Schmidt: „Der Markt entwickelt sich wahnsinnig.“

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