Umfrage zu den Tops und Flops des Jahres 2018
Öko-Ems und Kirchenabriss

Greven -

Jethro Tull am Beach – für Greven ein absolutes Highlight. Sollte man meinen. Doch bei einer Umfrage zu den Tops und Flops des Jahres 2018 landete der Auftritt des Weltstars Ian Anderson mit seiner Combo nur unter ferner liefen, um es mal freundlich auszudrücken.

Montag, 31.12.2018, 18:00 Uhr aktualisiert: 31.12.2018, 19:00 Uhr
Der Landesliga-Aufstieg der 09-C-Jugend ist für viele Grevener ein Jahreshighlight.
Der Landesliga-Aufstieg der 09-C-Jugend ist für viele Grevener ein Jahreshighlight.

Ganze drei (in Worten: drei!) Nutzer der Facebook-Gruppe „Die Greven-Gruppe“ klickten auf diese Option. Entweder sind die Grevener extrem verwöhnt oder ihnen hat der Auftritt schlicht nicht besonders gut gefallen.

Dafür holten andere Grevener Ereignisse die Pole-Position. Die renaturierte Ems war für die meisten Teilnehmer dieser Umfrage (78) das absolute Jahreshighlight. Neue Optik, neue Atmosphäre, neue Funktionen – das komplett umgestaltete Öko-Emsufer kommt offenbar bestens an.

Nochmal die Ems: Dass eine junge Grevenerin dort einer älteren Dame das Leben rettete, war für 67 Grevener das Top-Thema des Jahres. Schon mit deutlichem Abstand folgt der Aufstieg der 09-C-Junioren in die Landesliga. Kürzlich ließ das Team (in anderer Besetzung) dann sogar noch den Kreispokalsieg folgen.

Offenbar keinen bleibenden Eindruck hinterließen die anderen zur Abstimmung gestellten Optionen. Partys im Ballenlager, Karnevalsumzug, Weihnachtsmärkte, der neue Genussmarkt im Niederort, ja selbst der Jahrhundertsommer kamen auf keine nennenswerte Stimmenanzahl. Das galt erstaunlicherweise auch für das Jubiläum der Städtepartnerschaft (fünf Stimmen), immerhin ein gesellschaftliches Großereignis, und erst recht für den neuen Steinway-Flügel für die Grevener Kulturszene (eine Stimme).

Zur gedämpften Euphorie auf der einen gesellt sich ein gewisser Langmut auf der anderen Seite, denn die Grevener haben auch recht wenig zu meckern. Bei der Frage nach den „Flops 2018“ wurde nämlich nur sehr verhalten geklickt. Also alles halb so schlimm? „Einspruch“ werden vermutlich jene 38 Grevener rufen, für die die Abriss- und Neubaupläne der Josefskirche der „Flop des Jahres 2018“ sind – die mit Anstand am häufigsten angewählte Option. Gefolgt vom Müllproblem am Beach (26 Stimmen) und der Debatte um die Zukunft der Wirtschaftsförderung (20).

Der Sturm Friederike konnte den Grevener hingegen kaum etwas anhaben (sieben Stimmen) – oder er liegt schlicht schon zu lange zurück. Und nochmal die Klassik: Auch der Ärger über das Zerwürfnis zwischen „Einklang“ und „Greven Klassik“ interessierte die Grevener kaum. Für gerade mal zwei Nutzer war dies der Flop des Jahres. Eine mögliche Erklärung könnte sein, dass Menschen, denen klassische Musik am Herzen liegt, vielleicht wenig oder gar keine Zeit bei Facebook verbringen. Der Vollständigkeit halber muss daher auch gesagt werden: Die Umfrage ist natürlich keinesfalls repräsentativ, wirft aber ein interessantes Licht darauf, was die Grevener für wichtig halten – und was eben nicht.

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