Bernhard Bussmann wäre fast auf eine Betrugs-Mail hereingefallen
„Das gibt es doch gar nicht“

Greven -

Es hat nicht viel gefehlt. Beinahe hätte er geklickt. Die Mail schien echt zu sein, das Sparkassen-Rot erkannte er sofort. Das Logo, die Art der Ansprache – alles deutete darauf hin, dass man dem Absender vertrauen kann.

Mittwoch, 02.01.2019, 09:00 Uhr
Er kennt sich mit Online-Banking aus und wurde daher – gerade noch rechtzeitig – stutzig: Bernhard Bussmann bekam eine betrügerische Mail, tappte allerdings dank seiner Umsicht nicht in die Falle.
Er kennt sich mit Online-Banking aus und wurde daher – gerade noch rechtzeitig – stutzig: Bernhard Bussmann bekam eine betrügerische Mail, tappte allerdings dank seiner Umsicht nicht in die Falle. Foto: Oliver Hengst

Dass er einen Bestätigungsprozess durchlaufen müsse, um sein Kundenkonto zu retten. Zumal die Bank sich sogar für die Unannehmlichkeiten entschuldigte und in wohl gewählten Worten um Verständnis für den Aufwand bat.

Aber: „Auf einmal ging eine rote Lampe an“, sagt Bernhard Bussmann. Im übertragenen Sinne natürlich. „Das gibt es doch gar nicht“, habe er zu sich selbst gesagt. Und eben nicht geklickt. „Ich habe mich dann aufs Rad geschwungen und bin in die Stadt gefahren.“ Bei der Sparkasse habe er persönlich nachgefragt, ob man Mails verschicke und Kunden zur Bestätigung von Daten, zur Verifizierung von Konten oder ähnlichem auffordere.

Was sie natürlich nicht macht, wie der Kundenberater dem besorgten Grevener bestätigte. Der Rat des Bankers: die Mail löschen und nicht weiter beachten, auf keinen Fall irgendwelche Links anklicken. Und genau so ging Bernhard Bussmann dann auch vor.

Im Nachhinein kam ihm ohnehin manches komisch vor. Vor allem, dass er aktuell eigentlich gar kein Sparkassen-Kunde ist (früher geschäftlich aber sehr wohl). Und: Woher hatten die vermeintlichen Betrüger seine Mail-Adresse, die doch eigentlich seit Jahren nicht mehr erreichbar ist?

Als er einige Tage später nochmals elektronische Post bekam – dieses Mal von der Hypo-Vereinsbank (wo er auch kein Kunde ist) – musste Bussmann nicht zwei mal überlegen: Ein Klick auf „Löschen“ – und die Sache war erledigt. Einen PC-Fachmann, der ihm bei der Wartung seiner Geräte hilft, hat er nach dem möglichen Betrug befragt und erfahren: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Online-Nutzer in die Falle zu locken. In der Regel werde, sobald man einen falschen Link anklicke, ein Trojaner installiert, der unbemerkt Daten ausspäht oder gar die Kontrolle über den PC übernimmt. Im schlechtesten Fall werden dann Überweisungen ins Ausland umgeleitet. Die Chance, das Geld zurückzubekommen: minimal.

Gleichwohl ist Bussmann nicht an Panikmache gelegen. „Ich habe noch nie ein Problem mit Online-Banking gehabt, in all den Jahren nicht. Und ich mache das schon sehr lange. Es ist günstiger, bequemer und auch sicher, wenn man sich an die Spielregeln hält.“ Aber man muss eben auch die Augen offen halten. Dass er nun – trotz seiner Vorkenntnisse – trotzdem fast in die Falle getappt wäre, veranlasst ihn, eine Warnung an andere zu formulieren. Also rief er in der Redaktion an und schilderte seinen Fall. Vielleicht, so seine Hoffnung, hilft es ja dem einen oder anderen, sich Ärger mit Betrügern zu ersparen. „Diesen hinterhältigen Leuten sollte man auf die Finger klopfen.“

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