Sa., 12.01.2019

Interview über die Organisation der Proklamation „Stolpersteine gab es auch“

Udo Laufmöller, Präsident der KG Emspünte, spricht im Interview über die Vorbereitungen zur heutigen Prinzenproklamation.

Udo Laufmöller, Präsident der KG Emspünte, spricht im Interview über die Vorbereitungen zur heutigen Prinzenproklamation. Foto: KG

Das Geheimnis um Prinz und Pünte wird heute Abend bei der Proklamation (19.11 Uhr, Emssporthalle) gelüftet. Redaktionsmitglied Jan-Philipp Jenke sprach mit Udo Laufmöller, Präsident der KG Emspünte, darüber, wie langwierig die Vorbereitung für eine solche Veranstaltung ist, welche Stolpersteine es gab und wie Kurzentschlossene noch zur Sitzung kommen.

Greven

Wann beginnen Sie mit der Planung für eine solche Sitzung?

Udo Laufmöller: Zwölf, 15 Monate vorher. Teilweise, wenn man gewisse Showacts haben möchte, muss man schon 24 Monate vorher planen.

Wie schwierig ist es, Künstler zu bekommen, oder ist es eine reine Frage des Geldes?

Laufmöller: Das liegt an der Qualität der Acts und an der Nachfrage. Weil in der heißen Phase des Karnevals überall anders auch Veranstaltungen sind. Gute Leute sind natürlich als erstes vergriffen. Dadurch, dass wir mit der Planung rechtzeitig beginnen, bekommen wir eigentlich immer das, was wir gerne möchten. Und wir haben ja auch den großen Vorteil, dass wir aus den eigenen Reihen Showacts bieten können.

Die da wären?

Laufmöller: Neuerdings hat die KG Emspünte eine eigene Tanzgruppe. Dann haben wir den kirchlichen Segen immer bei uns mit „Schlabber und Latz“. Die letzte Probe unsere Brass-Band war Dienstagabend. Die haben drei wunderbare neue Stück trainiert. Wir feiern in diesem Jahr unser Jubiläum 66 Jahre KG Emspünte. Da ist das Bühnenbild bezüglich unserer Brass-Band neu gestaltet worden. Wir haben auch neue Technologien im Licht- und Soundcheckbereich.

Wer kommt darüber hinaus?

Laufmöller: Die Schiffermädchen, eine traditionelle Tanzgruppe. Sie sind zum zweiten Mal bei uns und 2018 NRW-, Deutscher- und Europameister im Gardetanz geworden. „Die Jungs“ ist ein Duett, was für Stimmung sorgt. Dann ist da die Band „So!Lala“. Und Comedian Lisa Feller.

Was war im Vorfeld bei der Planung der Proklamation der größte Stolperstein?

Laufmöller: Die nicht mehr nutzbare Rönnesporthalle, aufgrund der neuen Brandschutzrichtlinien. Die Stadt ist uns da mit der Alternative Emssporthalle entgegengekommen. Dort war auch ein gewisser Stolperstein, dass die Stromversorgung für Veranstaltungen in dieser Größenordnung nicht gegeben war. Aber selbst das ist mit der Stadt perfekt erledigt worden, so dass wir einwandfrei die Veranstaltung durchführen können.

Sie sind jetzt mit der neuen Halle glücklich

Laufmöller: Ja, natürlich. Die Räumlichkeiten sind größenmäßig annähernd gleich. Es ist so, dass die Gäste ein paar Meter weiter laufen müssen – vom Wilhelmplatz zur Emssporthalle. Aber das ist geschuldet durch die Neubausituation an der Emssporthalle.

Wie schwierig ist es, auf den buchstäblich letzten Metern Prinz und Pünte noch geheim zu halten?

Laufmöller: Das ist fast unmöglich (lacht). Der Prinz und die Pünte fiebern diesem Termin immer entgegen und möchten ihn am liebsten mit vielen Freunden feiern. Dann wird so hinter verdeckter Hand gesprochen „Sag mal, habt ihr nicht Lust, mit dahin zu gehen?“, und dann tauchen wage Vermutungen auf. In der Organisation ist es auch so, dass einige Grevener Unternehmen damit beschäftigt sind, den Prinz entsprechend auszurüsten. Da kann es dazu kommen, dass man sagt „Ich glaube, der wird Prinz“. Man versucht es noch, unter eine Haube zu verdecken, aber das funktioniert leider nicht. Für die breite Masse ist es sicherlich noch eine Neuigkeit. Allerdings bei den Internen und vielen Karnevalisten, da der Kreis Greven mit fünf Karnevalsgesellschaften relativ klein ist, dringt so etwas schon mal durch.

Wie nervös gucken Sie in den Vorwochen und -tagen auf den Kartenvorverkauf?

Laufmöller: Eigentlich überhaupt nicht nervös. Wir haben in diesem Jahr einen Online-Ticketverkauf mit installiert, und Greven Marketing macht unsere Verkäufe ja ohnehin schon über viele Jahre hinweg. Dann gibt es eine Einladungsliste für befreundete Karnevalsgesellschaften, Wirtschaft und Politik. All diese bekommen eine entsprechende Einladung und antworten dann darauf, mit wie vielen Gästen sie kommen.

Wie viele Karten sind bereits verkauft?

Laufmöller: Der derzeitige Stand liegt über dem Vorjahr. Insofern sind wir mit der Situation gut zufrieden. Es dürfen natürlich immer noch mehr kommen. Die Halle fasst um die 700 Besucher.

Wie komme ich kurzentschlossen noch zur Prinzenproklamation?

Laufmöller: Ganz spontan an der Abendkasse. Wer kommt, erhält einen perfekten Platz, wo alles gewährleistet ist. Wir haben in diesem Jahr neu installiert eine Leinwand, so dass Leute, die etwas weiter weg sitzen, auch noch sehen können.

Wie teuer sind die Karten an der Abendkasse?

Laufmöller: Es gibt noch Sitzplätze zu 20 Euro und zu 18 Euro.

Wie sieht’s mit Kostümierung aus?

Laufmöller: Ist zwar erwünscht, aber nicht erforderlich.

Soviel zur Prinzenproklamation. Es gibt dieses Jahr aber auch eine Damensitzung?

Laufmöller: Ja, ganz neu ins Leben gerufen. Dadurch, dass meine Frau und ich viele Jahre im Kölner Karneval aktiv waren, hatten wir diesen Punkt für Greven angedacht. Als Termin haben wir uns auf Weiberfastnacht fixiert. Und haben das einfach nur mal so in der Runde der Karnevalisten und bei Facebook bekannt gegeben. Wir haben es tatsächlich geschafft, das Ballenlager, 240 Karten, innerhalb von 72 Stunden auszuverkaufen. Da haben wir den Nagel auf den Kopf getroffen.

Bei diesem Erfolg, planen Sie da für das nächste Jahr schon größer?

Laufmöller: Ja, genau so ist es angedacht. Wir hätten durchaus noch 100 bis 150 Karten für die Damensitzung mehr verkaufen können. Daher werden wir eine andere Location wählen.



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6312712?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F