Mo., 14.01.2019

Eine tolle Prinzen- und Pünte-Proklamation Elf Küsse und jecke Profis

Greven - 

Eleven Kisses – so heißt eine neue Tanzgruppe, die für Beifallsstürme sorgte.

Von Günter Benning

Es gibt sie – treue Fans. Daniela Brockmann aus Preußisch Oldendorf durfte am Samstagabend auf die Bühne in der Emssporthalle. Es gab einen Orden der KG Emspünte, dabei war sie nur wegen der Junx gekommen. Daniela Brockmann gehört zu den treuesten Fans des Hamburger Spaßduos. Wo immer die Partysänger auftreten, sie ist dabei.

„Sensationell“, sagt am Tag nach der Party KG-Chef Udo Laufmöller. Nicht wegen Daniela Brockmann, sondern wegen der anderen 492 Gäste in der Emssporthalle. Das sei ein „Besucherrekord.“ Und: „Wir haben sehr viel positives Feedback bekommen.“

Das Rezept ging auf. Zwei starke musikalische Muntermacher, Solala und Junx. Das sind die Wellenbrecher. Kaum stimmte Solala sein Konglomerat aus kölschen Gassenhauern an, musste jeder mitsingen. Kein Song wird ausgesungen, der Übergang ist fließend, aber es kommen die gängigsten Strophen. Professionell gemacht.

Da mag man es gar nicht glauben, wenn man beispielsweise neben der Bühne sitzt und sieht, wie zwei dünne Hamburger und ihr beleibter Techniker still und etwas blasiert in den Saal schleichen. Ihnen reicht eine Gitarre, der Techniker schiebt den Verstärker von der Seite auf die Bühne und stellt sich mit seinem iPad in den Saal. Hier kann er den Ton regeln – dafür sorgen, dass die volle Dröhnung das Publikum erreicht. Doch dann springen die Junx auf die Bühne, sie brauchen keine Clownsklamotten, kein Karnevalsutensil, sie rocken den Saal mit voller Gitarrenkraft voraus. Ehrlich, das sind Profis.

Ein Profi – bis auf das Ereignis mit den verlorenen Pumps (S.1) – ist auch Lisa Feller. Die Münsteranerin auf weiblich hochhackigen Schuhen von Pünte Daniela dekliniert das Männer-Frauen-Verhältnis durch, so wie es jeder versteht. Auch, wenn‘s heute doch etwas anders sein kann. Sie setzt ihre Pointen, kann auf Seitenrufe reagieren, hat den Saal konzentriert im Griff.

Zu den absoluten Highlights, die KG-Präsident Udo Laufmöller anmoderierte, gehörte ein Grevener Eigengewächs. Eleven Kisses heißt die Truppe, elf Küsse, vornweg Ex-Pünte Annika Reismann. Die Tänzerinnen, die von Uschi Kleimeier trainiert wurden, sind dynamisch, vor allem im Spiel der Luftgitarre. Das kann ein Dauerbrenner werden.

Nach so viel Stimmung hatten die beiden Kapläne Schlabber und Latz, alias Ralf Meyer und Christoph Hendrix, es deutlich schwer, das Publikum für ihr humoristisches Eheseminar der katholischen Sorte zu gewinnen. Egal, das Finale stand vor der Tür. Wieder eine Truppe der Steinbrücker Schiffermädchen. Das war Gardetanz auf Deutscher-Meister-Niveau. Akrobatisch, schweißtreibend, gefährlich anzuschauen. Doch wie sagte die Moderatorin: „Wir kommen gerne, weil wir hier eine so große Bühne haben.“ Und einen gewaltigen Applaus obendrein.



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