Pendlerstatistik
Zehntausende auf Achse

Greven -

Manche fahren ins Ruhrgebiet, ins Rheinland oder noch weiter, andere kommen eigens von dort nach Greven – der Arbeit wegen. Was sie eint: Viele Stunden im Auto oder im Zug – oftmals eine große Belastung, die für den Wunsch-Job aber in Kauf genommen wird.

Samstag, 26.01.2019, 07:51 Uhr aktualisiert: 27.01.2019, 15:40 Uhr

Mehr als 11 600 Grevener setzen sich (fast) jeden Morgen ins Auto, in die Bahn oder schwingen sich aufs Motorrad oder das E-Bike, um zur Arbeit in einer anderen Stadt zu fahren. Noch mehr – nämlich rund 12 200 Auswärtige – kommen ihnen entgegen: Sie pendeln nach Greven, um in der Emsstadt ihre Brötchen zu verdienen. Hinzu kommen nochmal rund 8000 Grevener Pendler, die innerhalb der Stadtgrenzen bleiben.

Jene Stadt, die am meisten Grevener Arbeitnehmer anzieht, ist – kein Wunder – Münster. Knapp 5800 leben in Greven, gehen aber in Münster ihrer Arbeit nach. Zugleich ist Münster jene Stadt, aus der die größte Zahl an Einpendlern nach Greven kommt: etwa 1850.

Naturgemäß liegen auch die weiteren Städte, mit denen es besonders intensive Pendlerverbindungen gibt, im nahen Umland, allen voran Emsdetten (1744 Einpendler nach Greven, 1257 Auspendler aus Greven), Rheine (798/332), Saerbeck (517/290) und Steinfurt (441/266). Auffällig ist, dass aus all diesen Städten mehr Arbeitnehmer nach Greven fahren als umgekehrt. Offenbar ist Greven mit seiner Ausstattung an Firmen, Behörden, Schulen und Einrichtungen ein gutes Pflaster für Arbeitnehmer.

Das gilt sogar für Bewohner von Städten, die nicht gerade um die Ecke liegen. Greven zieht Pendler aus Osnabrück (160 Personen) ebenso an wie aus Salzbergen (27) oder Spelle (26), beides immerhin mehr als 30 Kilometer entfernt.

Doch es geht noch weiter. Jeden Tagen nehmen manche Arbeitnehmer (allerdings jeweils im niedrigen einstelligen Bereich) Fahrten von Emlichheim, Twist, Itterbeck, Uelsen, Damme und Hünxe nach Greven in Kauf - jeweils eine Strecke von rund 70 Kilometer. Den Vogel schießen in dieser Beziehung Lage (79,5), Hamminkeln (79,8) und die Behördenstadt Arnsberg (79,9 Kilometer) ab. Via Facebook meldeten sich auch Pendler, die von Greven aus nach Minden, Duisburg, Hamburg oder gar Karlsruhe fahren oder aus Essen oder Köln nach Greven pendeln.

Die Auspendlerquote, also der Anteil der Auspendler an allen in Greven wohnenden Erwerbspersonen, liegt bei 60,3 Prozent, die Einpendlerquote bei 59,1 Prozent. Ist letztere seit Jahren nahezu konstant, so unterliegt die Auspendlerquote einer Steigerung. Von 2013 bis 2017 stieg sie von 58,6 Prozent um immerhin 1,7 Prozentpunkte – ein Indiz für immer weiter steigende Mobilität von Arbeitnehmern.

Auch in absoluten Zahlen steigt die Zahl der Ein- und Auspendler an, was allerdings nicht verwunderlich ist, denn schließlich entwickelt sich auch die Bevölkerungszahl in Greven seit etlichen Jahren deutlich nach oben. Gab es 2017 in Greven 21 786 Ein- und Auspendler, waren es 2017 schon 23 859.

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