Nach aufsehenerregendem Suspendierungs-Vorfall an der Spitze
Kameraden für Holt als neuen Chef

Greven -

Als sie ihn am meisten gebraucht haben, war er für seine Kameraden da. Dafür sprachen ihm die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr jetzt geschlossen das Vertrauen aus. Gemeinsam mit dem Kreisbrandmeister und dem Bürgermeister haben die Wehrleute sich dafür ausgesprochen, dass Reinhard Holt neuer ehrenamtlicher Leiter der Feuerwehr wird.

Montag, 28.01.2019, 09:38 Uhr aktualisiert: 28.01.2019, 09:40 Uhr
Gemeinsam mit dem Kreisbrandmeister und dem Bürgermeister haben die Wehrleute sich dafür ausgesprochen, dass Reinhard Holt neuer ehrenamtlicher Leiter der Feuerwehr wird.
Gemeinsam mit dem Kreisbrandmeister und dem Bürgermeister haben die Wehrleute sich dafür ausgesprochen, dass Reinhard Holt neuer ehrenamtlicher Leiter der Feuerwehr wird. Foto: Jens Keblat

Als Stellvertreter hat sich Reinhard Holt in den vergangenen Jahren an der Feuerwehr-Spitze richtig wohl gefühlt. Diesen Job „hätte ich gerne noch ein paar Jahre weiter gemacht“, sagte er am Freitagabend im Ballenlager bei der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr. Seit 2011 ist Holt in der Funktion des stellvertretenden und damit ehrenamtlichen Wehrführers. Holt, der die im Feuerwehrdienst ehemals magische Altersgrenze von 60 Jahren bereits vor einiger Zeit erreicht hat, sagte: „Aber es hat sich dann ein bisschen anders ergeben.“

Was er meinte: einen bis dato einmaligen Vorgang in der Geschichte der hiesigen Feuerwehr. Die Suspendierung des haupt- und ehrenamtlichen Leiters der Feuerwehr – seinerzeit wie aus heiterem Himmel. Von einem Tag auf den anderen habe sich die Situation an der Feuerwehr-Spitze und damit auch für den ehrenamtlichen Stellvertreter Holt grundlegend verändert. Doch in Bezug auf die mediale Berichterstattung machte Holt selber noch einmal deutlich: „Die Feuerwehr war nie kopflos. Es ist einer aus der Führung gegangen, und dafür sind andere gekommen. Zu keiner Zeit hat die Feuerwehr Greven – und hat die Bevölkerung – ohne den Schutz der Feuerwehr dagestanden.“

Aus der Not geboren habe sich im vergangenen Jahr auf Wunsch der Verwaltung prompt ein neues Führungsduo: Stadtbrandinspektor Holt und Brandoberinspektor Franz Artmeier, ein Grevener Urgestein im Rettungswesen. Holt: „Unsere beiden Ehefrauen haben uns dabei tatkräftig unterstützt.“ Auf Wunsch der kommissarischen Führungsspitze sei dann bereits kurze Zeit später der noch junge Brandoberinspektor Sebastian Greufe zum zweiten stellvertretenden Leiter der Wehr ernannt worden. „Der Zusammenhalt war sehr, sehr gut. Wir haben das Jahr gut über die Runde gekriegt“, sagt Holt heute über die zurückliegenden Monate. Und: „Ihr habt mir eure Unterstützung zugesagt – so wie bisher auch. Und so war es ein Leichtes für mich zu sagen: Jawohl, ich mache das. Auch meine Frau unterstützt das Ganze. Für das mir entgegen gebrachte Vertrauen möchte ich euch ganz herzlich danken, und ich hoffe, dass wir die nächste Zeit gemeinschaftlich die Feuerwehr Greven voranbringen.“

Nach der gesetzlich vorgeschriebenen Anhörung der Wehr, die kurz vor der Generalversammlung am selben Ort stattgefunden hat, ist nun die Politik am Zug. Es obliegt nun dem Rat, den offiziellen Vorschlag von Kreisbrandmeister Raphael Ralph Meier, der sich aus dem Votum der Wehrleute ergibt, zu bestätigen. Reine Formsache. Zusätzlich gilt seit November die hauptamtliche Stelle des Leiters für die Feuer- und Rettungswache, den hauptamtlichen Bereich der Wehr, offiziell als vakant. Eine Stellenausschreibung (Besoldungsgruppe A 12) läuft noch bis zum 24. Februar. Bürgermeister Vennemeyer zeigte sich insgesamt zuversichtlich. Alleine mit Blick auf die Zusage von Reinhard Holt sagte er: „Das freut uns alle.“

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