Befragungen und Reklamationen
ÖPNV: Deutlich besser als sein Ruf

Greven -

Bei Facebook wird und wurde viel über den Busverkehr in Greven gemeckert. Aber ist es wirklich so schlimm? Eine Kundenbefragung der Buskunden sagt anderes, und auch die Zahl der Reklamationen, die jetzt an zentraler Stelle gesammelt werden, spricht eine andere Sprache.

Donnerstag, 07.02.2019, 10:40 Uhr
Besonders der Schulbusverkehr mit der Linie 250 nach Reckenfeld wird in den sozialen Medien ständig kritisiert. Aber: Nach der Auswertung der eingegangenen 41 Beschwerden bei insgesamt einer halben Millionen Fahrgästen im Jahr, kann das nicht so schlimm sein.
Besonders der Schulbusverkehr mit der Linie 250 nach Reckenfeld wird in den sozialen Medien ständig kritisiert. Aber: Nach der Auswertung der eingegangenen 41 Beschwerden bei insgesamt einer halben Millionen Fahrgästen im Jahr, kann das nicht so schlimm sein. Foto: Oliver Hengst

Im Internet und speziell in den sozialen Medien wird gerne mal etwas schnell hochgekocht, was eigentlich keinen Grund dafür liefert. So kürzlich geschehen in den Grevener und Reckenfelder Facebook-Gruppen. Ziel der Aufregung war der Busverkehr in der Stadt, speziell die Linie 250, die zwischen Greven und Reckenfeld hin und her pendelt.

Was man da so alles zu lesen bekam, war schon erstaunlich. Rasende oder halbwegs schlafende Busfahrer, Haltestellen, die vergessen werden, ständige Verspätungen oder gar komplette Ausfälle, andauernd werden Kinder stehen gelassen. Würde man dies alles eins zu eins ernst nehmen, wäre es erstaunlich, wenn überhaupt ein Bus fahren würde. „Das war ein regelrechter Shitstorm, der da im Internet abging“, fasste es Andres Kintrup vom Geschäftsbereich Verkehr und Grün der Stadtverwaltung während der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt zusammen.

Aber: Wertet man eine Umfrage unter den Busfahrgästen aus dem vergangenen Jahr aus, sieht das Ganze schon ganz anders aus. Denn seit 2016 werden alle eingehenden Beschwerden zum ÖPNV an zentraler Stelle gesammelt und ausgewertet. Resultat: 2017 gab es 17 Beschwerden, diese Zahl erhöhte sich im vergangenen Jahr auf 41 Beschwerden.

Und: Es wurden auch Kundenbefragungen durchgeführt. „Diese Rückmeldungen fallen immer positiver aus“, fasste Kintrup zusammen. Aber natürlich gebe es auch Fehler. Neben nachvollziehbaren Beschwerden hinsichtlich der Belegung von Linienbussen oder Verspätungen tauchten auch überprüfbar unberechtigte Beschwerden auf. „Zum Teil ergeben sich auch Beschwerden aus der Unwissenheit der Nutzer.“

Grundsätzlich gelte: „Der überwiegende Teil der ÖPNV-Nutzer ist mit dem Angebot zufrieden oder sogar sehr zufrieden.“

Ganz so positiv wollte Peter Borggreve (Grüne) die Situation nicht sehen. „Es gibt beim ÖPNV sehr viele Bereiche, wo es Bedarf für Verbesserung gibt“, sagte er und nannte als wichtigsten Faktor die unzureichende Information über das ÖPNV-Angebot. „Wir können den ÖPNV nur dann attraktiv machen, wenn die Leute darüber auch bescheid wissen.“

Dirk Nolte (Linke) bemängelte das Fehlen älterer Zahlen. „Nur der Vergleich der zahlen sagt etwas über die Zufriedenheit aus“, sagte er. Außerdem stellte er die Aussagekraft der Befragungen in den Bussen in Frage. „Da erreicht man die nicht, die, aus welchem Grund auch immer, den ÖPNV nicht mehr nutzen.

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