Besetzung der Stelle des Leiters der Feuer- und Rettungswache
Erst getrennt – dann zusammen

Greven -

Die Stadt sucht derzeit einen hauptamtlicher Leiter der Feuer-und Rettungswache. Die Ausschreibung läuft. Mittelfristig soll der dann auch die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr übernehmen.

Freitag, 08.02.2019, 09:36 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 10:00 Uhr
Ohne die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr geht in Greven nichts. Mittelfristig hofft die Stadtverwaltung darauf, dass die Ämter des Leiters der Rettungswache und des Leiters der Freiwilligen Feuerwehr wieder in Personalunion besetzt werden können.
Ohne die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr geht in Greven nichts. Mittelfristig hofft die Stadtverwaltung darauf, dass die Ämter des Leiters der Rettungswache und des Leiters der Freiwilligen Feuerwehr wieder in Personalunion besetzt werden können. Foto: Jens Keblat

Nein, wirklich kopflos und damit nur noch bedingt einsatzfähig – das war die Grevener Feuerwehr zu keiner Zeit. Auch nicht nach der Suspendierung des Mannes, der gleichzeitig hauptamtlicher Leiter der Feuer-und Rettungswache und Leiter der Freiwilligen Feuerwehr war. Trotz allem soll diese Führungsebene der Feuerwehr jetzt neu aufgestellt werden.

Die Stelle der hauptamtlichen Wachleitung ist aktuell ausgeschrieben. „Bei deren Besetzung gilt ausnahmslos das beamtenrechtliche Prinzip der Bestenauslese. Dies bedeutet, dass möglicherweise eine Person ausgewählt werden muss, die den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr vollkommen unbekannt ist“, erklärte Uwe Kunze, Fachbereichsleiter Bürgerdienste und Recht, den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses.

Spätestens da wurden bei so manchem der Anwesenden Erinnerungen an die Feuerwehr-Demo im Jahr 2009 wach. Die freiwilligen Feuerwehrmänner und -frauen demonstrierten gegen die Einsetzung eines ortsfremden Bewerbers als Leiter der Freiwilligen Feuerwehr. Damals wirkte die Demo, ihr Favorit und Jahre später suspendierte Feuerwehrmann wurde gleichzeitig Leiter der Feuer-und Rettungswache und Leiter der Freiwilligen Feuerwehr.

Kunze stellte klar. „Wir wollen nicht mehr so ein Theater bekommen wie beim letzten Mal.“ Und deshalb soll der „Neue“ zunächst nur Chef der Hauptamtlichen werden.

„Bei der Stelle der Leitung der Freiwilligen Feuerwehr kommt es natürlich auch auf fachliche Kompetenz an. Jedoch gilt es hier in besonderem Maße die Akzeptanz der ehrenamtlichen Mitglieder herzustellen“, heißt es in der Vorlage. Hierzu bedürfe es einer Zeit des Kennenlernens. Vertrauen müsse wachsen. „Grundsätzlich wird angedacht, mittelfristig wieder beide Funktionen miteinander zu verbinden.“

Dem stimmten die Politiker zu, stellten aber Fragen nach dem Hintergrund. „Gibt es aktuell Konflikte zwischen den hauptamtlichen und den freiwilligen Kräften?“, wollte Michael Kösters-Kraft wissen. Das bestätigte Kunze nicht, verwies aber darauf, dass das ein grundsätzliches Problem bei Feuerwehren mit hauptamtlichen und freiwilligen Kräften gebe. „Da ist es oft so, dass die eine Seite der anderen Seite die Kompetenz abspricht.“

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr haben sich in einer Anhörung vor der Generalversammlung am 25. Januar dafür ausgesprochen, zum jetzigen Zeitpunkt Reinhard Holt zum Leiter der Freiwilligen Feuerwehr zu bestellen. „Grundsätzlich wird aber angedacht, mittelfristig wieder beide Funktionen miteinander zu verbinden.“

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