Lippestraße: Gefahr für Radfahrer
Keine Lust auf Kollision

Reckenfeld -

Die Verkehrssituation in den engen Straße der Blöcke C und D ärgert Klaus Agricola. Der Grund: Immer wieder wird der Radfahrer von Pkw-Fahrern auf den Fußweg gedrängt – nicht ungefährlich.

Freitag, 08.02.2019, 07:35 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 07:50 Uhr
Klaus Agricola (mit Rad) demonstriert den Besuchern der SPD, wie eng es werden kann. Ein Ausweichen auf den Gehweg ist (eigentlich) nicht erlaubt, oft aber unerlässlich, um eine Kollision zu vermeiden.
Klaus Agricola (mit Rad) demonstriert den Besuchern der SPD, wie eng es werden kann. Ein Ausweichen auf den Gehweg ist (eigentlich) nicht erlaubt, oft aber unerlässlich, um eine Kollision zu vermeiden.

Gefallen ist er noch nicht, obwohl es ein paar Mal richtig knapp war. Aber geärgert hat er sich schon oft. Und auch darauf würde Klaus Agricola – genau wie auf einen Sturz mit dem Fahrrad – eigentlich gern verzichten. Andere, hat er gehört, hatten weniger Glück. Manche sollen sich bei Stürzen mit dem Rad schon Knochenbrüche zugezogen haben, hat Agricola erfahren.

Was ihn erzürnt ist die Verkehrssituation vor seiner Haustür – und nicht nur dort. In der Lippestraße im Block C ist es mitunter recht eng, wenn ein Auto auf der Straße geparkt wird (was nicht verboten ist). Gefährlich wird es dann, wenn sich in dieser Engstelle ein weiteres Auto und ein Radfahrer begegnen. Klaus Agricola hat es schon oft erlebt, dass er als Radfahrer von Autofahrern (oft seien diese auch noch schneller unterwegs als mit den erlaubten 30 Sachen) ignoriert wird. Statt regelkonform zu warten (falls sich das Hindernis auf der eigenen Seite befindet) fahren nach seiner Schilderung viele Autofahrer trotz Gegenverkehrs einfach weiter – und zwingen Klaus Agricola und andere Radfahrer damit förmlich, anzuhalten oder verbotenerweise auf den Gehweg auszuweichen. Der hat in der Lippe- und in vielen anderen Straßen einen so flachen Bordstein, dass offenbar viele davon ausgehen, man könne, man dürfe ihn befahren. „Wenn sich alle an die Straßenverkehrsordnung halten würden, hätten beide Seiten keine Problem“, sagt der Anwohner.

„Viele glauben, dass dies ein kombinierter Geh- und Radweg ist. Das stimmt aber nicht“, sagt Lokalpolitiker Fritz Hesse, der mit seinen SPD-Parteikollegen Wolfgang Klaus und Hermann Honermann in die Lippe­straße gekommen ist, um sich Agricolas Sorgen anzuhören.

Viele Autofahrer, so Agricola, erlebe er in solchen Situationen als uneinsichtig, manche gar als „hochnäsig“. Sie würden nicht nur nicht einsehen, dass sie sich falsch verhielten, sondern ihn als Radfahrer auch noch angehen und zum Teil wüst beschimpfen. Interessanterweise seien es oft junge Autofahrerinnen, die in dieser Weise auffielen.

Agricola hat auf eine Kollision mit einem Auto oder einen Sturz an der Gehwegkante genau so wenig Lust wie auf Ärger mit Anwohnern. Er wolle deshalb nicht mit dem „dicken Hammer“ kommen, sondern setze auf Einsicht. Seine Besucher sehen das genauso. „Ab und zu eine Kontrolle“, so Wolfgang Klaus, könne zwar nicht schaden. „Aber es muss nicht immer ein Knöllchen sein, manchmal reicht ja schon die richtige Ansprache.“ Möglicherweise gebe es hier und da einfach Unkenntnis über die Regeln, sagt Klaus, der selbst gern und viel Fahrrad fährt. Auch Fritz Hesse setzt auf Gespräche: „Wir sind alle Partner im Straßenverkehr.“

Derweil hat sich Klaus Agricola bereits angewöhnt, genau auf die Autos zu achten, die ihm in den Engstellen entgegen kommen. „Ich habe das im Auge und achte darauf, dass ich nicht falle. Ich habe keine Lust darauf, durch die Luft zu fliegen.“

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