Beirat für Menschen mit Behinderung tagt in der Kästner-Schule
„Alles Machbare wird getan“

Reckenfeld -

Vor dem Hintergrund einer aufgeregten Debatte während der jüngsten Ratssitzung hinsichtlich einer nicht barrierefreien Schule wollte der Beirat für Menschen mit Behinderung ein eigenes Bild von den Örtlichkeiten in der Schule verschaffen und ließ seine Sitzung in der Erich-Kästner-Gemeinschaftsgrundschule in Reckenfeld stattfinden.

Dienstag, 12.02.2019, 23:39 Uhr aktualisiert: 13.02.2019, 00:00 Uhr
Die Mitglieder des Beirates für Menschen mit Behinderung trafen sich zur Sitzung in der Erich-Kästner-Gemeinschaftsgrundschule in Reckenfeld. Dort stand das Thema Barrierefreiheit im Mittelpunkt.
Die Mitglieder des Beirates für Menschen mit Behinderung trafen sich zur Sitzung in der Erich-Kästner-Gemeinschaftsgrundschule in Reckenfeld. Dort stand das Thema Barrierefreiheit im Mittelpunkt. Foto: JR

Als Vertreter der Stadt als Schulträger informierte Frank Hänel umfassend über die räumliche Situation an der Gemeinschaftsgrundschule, die charakterisiert ist durch eine Vielzahl von Um- und Anbauten, die teilweise auch nicht miteinander verbunden sind.

Nach dem Bau eines in Planung befindlichen Gebäudetraktes können zukünftig Schüler dort auch in der Ganztagsbeschulung betreut werden. Der neue Gebäudekomplex wird auf jeden Fall barrierefrei sein, so Hänel.

Auch heute können Schüler mit Handicap weitestgehend barrierefrei die entsprechenden Klassenräume erreichen, etwa durch Rampen. Hänel: „Wir nehmen selbstverständlich bei der Klassenraumplanung auf Kinder mit Handicap umfänglich Rücksicht. Bisher hat es diesbezüglich keine Probleme gegeben.“

Das Hauptproblem ist das nicht barrierefrei zu erreichende Lehrerzimmer in der oberen Etage, welches nur über eine schmale Treppe zu erreichen ist. Durch den geplanten Umbau der Treppe wird dieses Problem nicht vollständig gelöst. „Die Installation eines Aufzuges ist leider aus baulichen Gründen nicht möglich“, heißt es in einer Mitteilung des Beirates. Ob ein Treppenlifter installiert werden kann, müsse überprüft werden. Derzeitig gibt es keine Lehrperson mit Handicap, die das Lehrerzimmer nicht erreichen kann.

Bei einem Rundgang, an dem auch zwei sehbehinderte Frauen teilnahmen, gaben die Beiratsmitglieder noch verschiedene Anregungen zur barrierefreien Gestaltung. Hänel versprach, die Hinweise an die Planer weiterzuleiten und dankte für die konstruktiven Vorschläge. Der Beiratsvorsitzende Josef Ridders dankte für die vielfältigen Informationen und zeigte Verständnis, dass nicht alles, was wünschenswert ist, auch machbar ist, insbesondere bei so einem verwinkelten Gebäudekomplex. Ridders: „Wir haben aber volles Vertrauen in den Schulträger als auch in den Lehrkörper, dass alles Machbare für einen barrierefreien Zugang getan wird.“

Im weiteren Verlauf der Beiratsssitzung wurde auf eigenen Wunsch Sylvia Nickel nach über zehn Jahren Beiratstätigkeit mit viel Applaus für die ehrenamtliche Arbeit und mit einem Blumenstrauße verabschiedet. Als Nachfolgerin wurde Elke Heke als Vertreterin des Lebenshilferates in den Beirat aufgenommen.

Des Weiteren berichtete Ridders über den nun in Kraft getretenen Inklusionsbeirat des Kreises Steinfurt. Der Beirat aus Greven ist dort nicht vertreten, da er die verabschiedete Geschäftsordnung, ohne ein Rederecht in den Ausschüssen zu haben, nicht akzeptieren konnte – so wie auch andere Behindertenvertretungen aus dem Kreis Steinfurt.

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