Traditioneller Slam am Grevener Gymnasium
Lust auf Poetry

Greven -

Die Schüler der Stufe 10 des Grevener Gymnasiums hatten kein einfaches Thema für den diesjährigen, mittlerweile schon traditionellen, Poetry Slam. Diesmal ging es um das Thema Lust

Donnerstag, 07.03.2019, 22:23 Uhr aktualisiert: 07.03.2019, 23:00 Uhr
Nele Löw (l.) prangert den Papierverbrauch der Menschen an.
Nele Löw (l.) prangert den Papierverbrauch der Menschen an. Foto: pin

Was ist eigentlich „Lust“? Wo kommt sie im Alltag vor, wo komme ich damit in Berührung? „Keine Lust haben“, „lustig sein“, „manchmal habe ich Lust…“ – Annäherungen und Assoziationen, Geständnisse und Appelle.

Die Schüler der Stufe 10 des Grevener Gymnasiums hatten kein einfaches Thema für den diesjährigen, mittlerweile schon traditionellen, Poetry Slam. Umso erstaunlicher, wie vielfältig, kreativ und weise sie darüber erzählten, reimten und Wortbilder malten.

„Wir können sie nicht sehen, nicht hören, aber fühlen im Herzen“, beschreibt Lara Heidemann in ihrem Text die Wichtigkeit von Lust. Gäbe es sie nicht, wir alle würden in Traurigkeit versinken.

Wo ist Lust im Alltag zu finden? Auf diese Suche begaben sich mehrere Schüler. „Manchmal habe ich Lust, etwas Neues zu probieren, dem Alltag zu sagen: Du kannst mich mal!“ Das ist die klare Botschaft eines Textes mit dem passenden Titel „Der goldene Käfig“. Der nimmt den Menschen ihre persönliche Freiheit und um dem zu entfliehen, sei es wichtig, Lust zu haben. Um Neues zu probieren, dem Trott zu entkommen, zu verreisen und offen zu sein.

Genau diese Offenheit wird noch häufiger gefordert. „Keine Lust auf Vorurteile“ und „keine Lust, dass der Mensch nicht Mensch sein darf“ – eine Meinung, die zur Geschichte passt, die der Slam erzählt: die Geschichte von Flucht und Vertreibung und den Vorurteilen, die im vermeintlich sicheren Hafen dann warten.

Weniger politisch, aber ebenso poetisch, beschreibt Anastasia Fischer die Geschichte eines Schriftstellers, der seine Gedanken und Träume zu Papier bringt, damit die Menschen berührt und das voller Lust und Leidenschaft.

Abgestimmt wurde, wie üblich, vom Publikum. Viele Schülerinnen und Schüler, vor allem aus der eigenen Stufe, zollten jedem der Poetinnen und Poeten mit ihrem Applaus und guten Bewertungen Respekt.

Lena Schupp schrieb über Depressionen, darüber, wie sehr sie den Satz „Ich habe keine Lust“ nicht mehr hören kann. Denn, so sagt sie, er sei nicht ohne Emotion. Der Text brachte ihr den dritten Platz ein.

Den zweiten Platz machte Jan Neyer, der sich mit Synonymen der Lust annäherte: Bedürfnis, Wunsch, Streben und Verlangen. Und er schrieb auch darüber, wie wichtig es ist, aufeinander zu achten und nicht nur an den eigenen Vorteil zu denken. Den ersten Platz gab es am Ende des Abends für Nele Löw, die aus der Sicht von „Yvonne, der Papiertonne“ über den massenhaften Papierkonsum und das damit verbundene Waldsterben aufmerksam macht.

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