Stimmung in Greven zur Europawahl 2019
„Wir sind doch alle Europäer“

Greven -

In zwei Monaten ist Europawahl. Für die Grevener entweder ein absolutes Muss dort hinzugehen und zu wählen oder eine Angelegenheit, die sowieso nichts bringt.

Donnerstag, 14.03.2019, 08:25 Uhr aktualisiert: 14.03.2019, 16:10 Uhr
Silvia Greten geht wählen.
Silvia Greten geht wählen. Foto: Felicia Klinger

„Ich werde wählen gehen“, sagt Silvia Greten, „wenn ich nicht wähle, darf ich schließlich auch nicht mitreden oder mich beschweren.“

Europa wählt sein Parlament. Zwar noch nicht morgen, aber in gut zwei Monaten. Spannend werden die Wahlen mit Sicherheit. Laut aktuellen Prognosen des Insa-Instituts könnte das Bündnis der rechtspopulistischen Parteien „ENF“ mit deutlichen Gewinnen aus der Wahl gehen. Die bisherige große Koalition aus Konservativen und Sozialdemokraten könnte ihre Mehrheit im Parlament verlieren. Wie es auch kommt – die Zusammensetzung des Parlaments beeinflusst auch auf lokaler Ebene Gesetze und Geldervergaben.

Während in den politischen Zentren der EU die Vorbereitungen und der Wahlkampf in die heiße Phase gehen, ist auf kommunaler Ebene noch nicht allzu viel davon zu spüren.

Gedanken machen sich die Grevener trotzdem – manche mehr, manche weniger. „Mit Sicherheit gehe ich wählen. Das beeinflusst ja die Umweltpolitik, die Flüchtlingspolitik, die Geldpolitik – eigentlich alles“, sagt Margret Hovemann, „Aber so konkret hab ich noch nicht darüber nachgedacht.“

Ihren eigenen Einfluss durch die Wahl schätzt eine Passantin eher gering ein. „Tja, warum ich wählen gehe, weiß ich auch nicht. Die machen ja sowieso, was sie wollen“, sagt sie, „aber nicht wählen, ist doch auch keine Option.“

Zwei junge Eltern sehen das deutlich anders. „Europa bedeutet für uns Freiheit und dass man als Land nicht alleine dasteht“, erklären sie. „Deshalb gehen wir bestimmt wählen.“

Im Vorbeigehen ruft eine Frau: „Europa-Wahl? Ne, für was denn? Das seh‘ ich nicht ein!“ Ganz anderer Meinung ist Maria Tegeler: „Natürlich werde ich wählen gehen. Das ist schließlich meine Bürgerpflicht. Wir sind doch alle Europäer.“ So sehen das noch einige andere, die auf dem Marktplatz einkaufen. Pflichtbewusst und verantwortungsvoll halten sie den Gang zur Urne für selbstverständlich. So auch Lisa Göbel, die schnell zur Yoga-Stunde muss. Nicht zu wählen, käme für sie gar nicht in Frage, sagt sie. Damit liegt sie EU-weit in der Minderheit. Bei den letzen Wahlen im Jahr 2014 nahmen nur 42,6 Prozent der Wahlberechtigten ihr Stimmrecht wahr.

Seine Stimme abgeben darf Simon Brockötter zwar noch nicht, die Wahl verfolgt der Schüler dennoch gespannt. „Minütlich lese ich die Entwicklungen nicht, aber das Ergebnis interessiert mich schon“, so Brockötter. „Für mich bedeutet die EU vor allem wirtschaftlich einen starken Zusammenhalt.“ Ganz konkrete politische Interessen möchte ein älterer Herr durchsetzen: „Ich muss doch meine Partei unterstützen.“ Mehr verrät er nicht.

Wer sich noch nicht so sicher ist wie er, hat noch zwei Monate zum Nachdenken.

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