Bürgermeisterwahlen im Herbst 2020
Das Warten auf die Kandidaten

Greven -

In knapp eineinhalb Jahren sind Kommunalwahlen in NRW. Bislang hat noch keine Partei einen Kandidaten für das Bürgermeisteramt bestimmt. Auch der Amtsinhaber selbst lässt noch offen, ob er erneut kandidiert. Er befinde sich noch im Klärungsprozess.

Donnerstag, 14.03.2019, 11:26 Uhr aktualisiert: 15.03.2019, 15:02 Uhr
Im Herbst des kommenden Jahres stehen Kommunalwahlen an. Zum einen geht es um die Besetzung des Rates, zum anderen muss auch ein Bürgermeister gewählt werden. Bislang hat aber noch kein Kandidat seinen Hut in den Ring geworfen.
Im Herbst des kommenden Jahres stehen Kommunalwahlen an. Zum einen geht es um die Besetzung des Rates, zum anderen muss auch ein Bürgermeister gewählt werden. Bislang hat aber noch kein Kandidat seinen Hut in den Ring geworfen. Foto: Peter Beckmann

Eigentlich steht als Nächstes ja die Europawahl an. Aber lokal gesehen wird das wohl nicht wirklich aufregend. Spannender ist da schon die Wahl, die im Herbst des kommenden Jahres stattfinden wird. Da wird zum einen der Rat neu gewählt, und zum anderen steht auch die Wahl des Bürgermeisters auf dem Zettel. Kandidaten bis jetzt? In Greven Fehlanzeige, da herrscht überall dezente Zurückhaltung. Eins ist aber klar: Dr. Michael Kösters-Kraft von den Grünen wird diesmal nicht antreten.

Erster Eindruck: Viele schauen in Richtung Rathaus und warten darauf, wie sich der Amtsinhaber Peter Vennemeyer entscheidet. Aber der will sich noch nicht äußern. „Ich befinde mich noch im Klärungsprozess“, sagte er auf Anfrage und stellt ein Ergebnis für den kommenden Sommer in Aussicht. Vor einem halben Jahr hatte er auf dieselbe Anfrage ein Ergebnis im Frühjahr angekündigt. Wohl ein schwieriger Klärungsprozess. Aber: „Das ist mit der Grevener SPD abgestimmt“, sagte Vennemeyer, der am Tag der Wahl kurz vor seinem 61. Geburtstag steht. Pensionsberechtigt ist er aber so oder so.

Auch bei den Christdemokraten gibt es noch nichts spruchreifes zu vermelden. „Natürlich werden wir alles tun, um die Ära Vennemeyer zu beenden“, sagte Jürgen Diesfeld, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Rat der Stadt. Eike Brinkhaus, Vorsitzender des Grevener Ortsverbandes der CDU, wird ein wenig deutlicher. „Wir stehen mit zwei potenziellen Kandidaten im Gespräch“, erklärt er auf Anfrage und macht natürlich sofort neugierig. Namen will er aber noch nicht nennen. Aber: Könnte einer der Kandidaten Cosimo Palomba heißen? Der Erste Beigeordnete der Stadt hat bekanntlich ein CDU-Parteibuch, außerdem ist nach Informationen dieser Zeitung das Verhältnis zwischen ihm und dem Bürgermeister – drücken wir es einmal so aus – recht angespannt. Doch Brinkhaus dementiert. „Der Name steht nicht auf meinem Zettel.“ Ende des Jahres soll es Gewissheit über den CDU-Kandidaten geben.

Und was ist mit den anderen beiden Kandidaten, die sowohl 2007 und 2014 als Kandidaten aufgestellt waren und erwartungsgemäß jeweils nach dem ersten Wahlgang gescheitert sind? Wie gesagt: Kösters-Kraft will nicht mehr. „Dann bin ich 64 Jahre alt, da wird es eher Zeit für die Rente.“ Aber innerhalb der Grünen Partei diskutiere man noch. Ein wichtiger Aspekt sei, dass ein Kandidat auf den Podien bei den Vorstellungsrunden grüne Inhalte rüber bringen könne.

Aber: Sowohl für die Grünen, als auch für Ernst Reiliing von Reckenfeld direkt ist ein ganz anderes Thema wichtig, wenn nicht entscheidend. Denn CDU und FDP möchten im NRW-Landtag das Wahlrecht ändern und bei der Bürgermeisterwahl die Stichwahl abschaffen. Und in diesem Fall könnte die Kandidatur eines aussichtslosen Kandidaten trotz allem große Auswirkungen auf den Wahlausgang haben.

„Wenn es tatsächlich im kommenden Jahr nur einen Wahlgang gibt, muss man sich überparteilich in den verschiedenen „Bündnissen“ auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen“, sagte Reiling, der damit bei einer Gesetzesänderung eine eigene Kandidatur quasi ausschließt.

Hätte es auch in den zwei Bürgermeisterwahlen zuvor keine Stichwahl gegeben, wäre im Jahr 2007 der CDU-Kandidat Jörg Huesmann Grevener Bürgermeister geworden und nicht Peter Vennemeyer, der Huesmann erst in der Stichwahl deutlich schlug. Im Jahr 2014 gab es keine Stichwahl. Vennemeyer erreichte schon im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit.

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