Prozess vor dem Amtsgericht
Drei Jahre und sechs Monate für Vergewaltigungen

Greven -

Für drei Jahre und sechs Monate muss der 42-jährige türkische Familienvater aus Greven wegen Vergewaltigung seiner Ehefrau in der Türkei 2013 und in der gemeinsamen Wohnung 2015 ins Gefängnis.

Montag, 18.03.2019, 07:42 Uhr aktualisiert: 18.03.2019, 17:30 Uhr
 
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Die Öffentlichkeit war bei den Plädoyers von Staatsanwaltschaft, Nebenklägervertreter und Verteidigung nicht zugelassen, nur bei der Urteilsverkündung und dem letzten Wort des Angeklagten (wir berichteten).

Der Angeklagte aus Greven hatte die Beweisaufnahme mit nichtöffentlicher Anhörung seiner Ehefrau und der öffentlichen Anhörung seiner Schwägerin Kaugummi kauend und mehrfach grinsend ohne einen eigenen Beitrag verfolgt. Das Urteil ließ ihn erblassen, dennoch blieb er scheinbar regungslos. Bereits vor der Urteilsverkündung betraten zwei Justizwachtmeister den Gerichtssaal, was eine sofortige Festnahme erahnen ließ. Nach der Urteilsbegründung wurde die Öffentlichkeit erneut ausgeschlossen.

Wie später von der Richterin zu erfahren war, erging ein Haftbefehl gegen den Angeklagten, der jedoch außer Vollzug gesetzt worden sei, so die Richterin auf Nachfrage.

Das Gericht sah die Taten auf Grund der konstanten Aussagen des Opfers als erwiesen an, wie die Richterin in der Urteilsbegründung sagte: „Die Ehefrau des Angeklagten hat die Taten detailreich und im Kern konstant geschildert. Man spürte bei ihr eine starke emotionale Betroffenheit. Zudem gibt es auch einige objektive Beweise, wie die ärztlichen Atteste von Körperverletzungen, ausgestellt von einem Arzt in der Türkei und einem am Heimatort, bescheinigen“. Im Juni 2013 soll der Angeklagte seine Ehefrau unter schwerer körperlicher Misshandlung in einem Hotel in der Türkei vergewaltigt haben. Zwei Jahre später wiederholte sich die Gewalttat im Januar in der gemeinsamen Wohnung. Erst nach der Trennung ging sie zur Polizei.

Vor einer Woche legte die Schwägerin des Angeklagten ein erschütterndes Zeugnis über seine Machenschaften und Manipulationen in der Familie ab. Am 2. August 2017 war er wegen Bedrohung der Schwägerin und ihrer Familie am Amtsgericht Steinfurt zu einer Geldstrafe von 900 Euro bei 30 Tagessätzen verurteilt worden. Damals hatte er mit Mord gedroht, wenn die Schwester und ihr Mann sich von seiner Familie nicht fernhielten, so verlas die Richterin es aus dem Vorstrafenregister.

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