Nacht der Bibliotheken
Von Reparierern und Programmierern

Greven -

Bei der NRW-weiten „Nacht der Bibliotheken“ gab es auch in Greven einiges zu erleben. Repair-Café, jede Menge Roboter, ein Quiz-Duell und natürlich ganz viel Lesestoff sorgten für gute Unterhaltung

Sonntag, 17.03.2019, 18:42 Uhr aktualisiert: 18.03.2019, 17:30 Uhr
Reparieren geht über studieren: Das Repair-Café stellte sich in der Stadtbücherei vor.
Reparieren geht über studieren: Das Repair-Café stellte sich in der Stadtbücherei vor. Foto: Stefan Bamberg

Sigrid Högemann schiebt heute gerne Überstunden. An einem Freitag, an dem Bibliothek mehr ist als das. „Ein echter Treffpunkt für Greven“, freut sich die Gastgeberin. Bei der NRW-weiten „Nacht der Bibliotheken“.

Mit vielen Stammgästen, na klar. Aber auch mit neuen Gesichtern: Gestatten, die freundlichen Helfer für alle mit zwei linken Händen: das neue Repair-Café, in dem seit einem halben Jahr gegen eine Spende Probleme gelöst und Kuchen-Delikatessen serviert werden. Im Obergeschoss aber spielen die Initiatoren – sehr viele von ihnen Handwerker im Unruhestand – auch ein bisschen „Sendung mit der Maus“, Lach- und Sachgeschichten: In der Kuckucksuhr zum Beispiel wohnt gar kein Kuckuck. Sondern ganz viele Zahnräder, zwei kleine Gewichte, zwei Blasebälge und winzige Pfeifen. „Wo sieht man sowas schon mal?“, fragt Uhrmacher Jürgen Heidemann rhetorisch.

Nacht der Bibliotheken in der Stadtbibliothek

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Okay, Grevener mit kaputten Kuckucksuhren gibt’s dann doch eher selten – aber: Ein Mechaniker der alten Schule kann ja für gewöhnlich irgendwie alles heile machen. Kaffeemaschinen, Fahrräder, Staubsauger. Überhaupt ist das die Idee des Treffs: übers Handwerk fachsimpeln, miteinander quatschen, gemeinsam tüfteln an altem Krempel, den man sicher auch prima bei „Bares für Rares“ verticken könnte. Und zum Umdenken anregen – auch aus ökologischen Gründen: „Viele Dinge muss man nicht wegschmeißen, da kann man noch was machen“, meint Bernd Sebastian, Reparierer und – bekanntlich – überzeugter Grüner. Das Konzept funktioniert jedenfalls: Die Leute stehen Schlange bei den monatlichen Treffen im „PlusPunkt“ an der Kardinal-von-Galen-Straße.

In der Bücherei jedoch sind heute noch mehr Selbermacher und Anpacker unterwegs: kleine und große Programmierer vor allem. Späße wie Sumo-Roboter aus Lego – aber auch Lern-Tools. „Die neuen technischen Möglichkeiten bieten unfassbar viel Raum für Kreativität“, findet Högemann.

Eine Etage tiefer würde eine richtige Antwort schon reichen: Quizduell – ja, diese App, die vor ein paar Jahren mal das ganze Land verrückt machte, gibt’s noch! – für findige Familien, sachkundige Seniorinnen, clevere Cliquen. „Leider schon ausgebucht“, muss die Moderatorin den draußen Wartenden vermelden. Wie die sich wohl stattdessen die Zeit vertrieben haben? Kleiner Tipp: In der Bibliothek kann man tatsächlich auch immer noch einfach nur was lesen . . .

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