Sperrung K53 und Umleitung durch die Industriestraße
Schmerzgrenze: 1500 Autos am Tag

Reckenfeld -

Für eine Anwohnerin der Industriestraße war die Sache klar: Wenn die K53 gesperrt und Verkehr durch „ihre“ Straße umgeleitet wird, muss die Situation in der Industriestraße beobachtet und notfalls angepasst werden.

Dienstag, 19.03.2019, 06:43 Uhr aktualisiert: 19.03.2019, 06:50 Uhr
In der ersten Aprilwoche sollen die Bauarbeiten an der Emsdettener Landstraße beginnen. Dann wird zunächst Grundwasser abgepumpt, damit mit schwerem Gerät an einem Kanalrohr mit einem Meter Durchmesser gearbeitet werden kann.
In der ersten Aprilwoche sollen die Bauarbeiten an der Emsdettener Landstraße beginnen. Dann wird zunächst Grundwasser abgepumpt, damit mit schwerem Gerät an einem Kanalrohr mit einem Meter Durchmesser gearbeitet werden kann. Foto: Oliver Hengst

Dies sei auch mündlich zugesagt worden. „Wir haben uns da auf Ihr Wort verlassen und gehen davon aus, dass die Verkehrsdichte ermittelt wird“, sagte sie in der jüngsten Bezirksausschusssitzung direkt zu André Kintrup, im Rathaus für Straßenbau zuständig.

Dieser sicherte zu: „Probleme in der Industriestraße, oder in der Werner-von-Siemens-Straße oder im Block A, die sich ergeben und uns zugetragen werden, werden wir natürlich bearbeiten, ganz klar.“ Sollte es Verbesserungsmöglichkeiten geben, werde man diese nutzen.

Wo denn die Schmerzgrenze liege, wollte die Anwohnerin wissen, also die Zahl der durchfahrenden Fahrzeuge, ab der die Stadt tätig werde. Realistischerweise, so Kintrup, gehe er davon aus, dass bis zu 600 oder 800 Fahrzeuge durch die Industriestraße fahren. Wenn es aber doch deutlich über 1000 oder gar 1500 würden, müsse man eingreifen. „Wir haben als Straßenverkehrsbehörde ein großes Interesse, dass es auf unseren Straßen sicher zugeht und wir tun alles dafür. Und wenn wir feststellen, dass es auf der Industriestraße eben nicht mehr sicher zugeht, dann können sie versichert sein: Dann werden wir reagieren.“

Und die Lärm- und Abgasbelastung – die interessiere niemanden? „Die haben Sie hinzunehmen“, sagte Kintrup der nachfragen Anwohnerin. „Ich bitte um Verständnis: Wir manchen da eine Riesen-Baustelle über 15 Monate. Es wird Schwierigkeiten auf den Umleitungsstrecken gebe, da müssen wir uns nichts vormachen.“ Aber wenn diese zur Gefahr würden, „speziell am Kindergarten, der liegt uns besonders am Herzen, aber auch an der Feuerwehr, dann werden wir da nachregulieren“, versicherte Kintrup. Es gebe immerhin auch einen positiven Effekt der Bauarbeiten: Während dieser Zeit gebe es spürbar weniger Durchgangsverkehr in Reckenfeld.

Die SPD hatte beantragt, den Verkehr schon eine Woche vor der Eröffnung der Umleitung zu messen, um das „Grundrauschen“ zu ermitteln. Dies, entgegnete Kintrup, sei aber technisch nicht möglich. „Die ganzen Sicherheitsaspekte korrelieren hochgradig mit der Frequenz des Verkehrs“, sagte Wolfgang Voß und erinnerte daran, dass die SPD gegen die Umleitung durch die Industriestraße war und ist.

Kintrup erklärte: Das Dialogdisplay, das eingesetzt werden soll, messe den Verkehr 100 Meter vor der eigenen Position. Stelle man es am Anfang der Industriestraße auf, werde somit eigentlich die Bahnhofstraße erfasst. Eine Vorher-Messung sei somit unmöglich. Wenn die Sperrung an der Kita wegkomme, werde man das Display eben dort aufstellen, um Zahl, Tempo und Art der Fahrzeuge zu messen. Auch die psychologische Wirkung der Anzeige („Langsam!“ und „Danke!“) sorge für Sicherheit. Für Klaus Schwenken (CDU) war die ganze Diskussion verzichtbar, der Vergleichswert habe keine Relevanz, entscheidend sei die absolute Belastung der Anwohner.

Eine Meinung, die letztlich mehrheitsfähig war. „Wir messen – unabhängig von politischen Beschlüssen – während der Baumaßnahme“, fasste Kintrup zusammen. „Wir versuchen die Anlieger weitestgehend vor den Auswirkungen zu schützen.“

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