Hospizhelfer besuchen die Martinischule
Zusammen über das Sterben sprechen

Greven -

Seit vier Tagen beschäftigt sich eine Grundschulklasse der Martini-Grundschule im Rahmen des Projekts „Hospiz macht Schule“ mit dem Thema Sterben. Sechs ehrenamtliche Hospizhelfer begleiten die Klasse.

Sonntag, 24.03.2019, 14:03 Uhr aktualisiert: 26.03.2019, 17:00 Uhr
Dieter Hokamp gießt mit den Schülern die neugepflanzten Sonnenblumen.
Dieter Hokamp gießt mit den Schülern die neugepflanzten Sonnenblumen. Foto: Felicia Klinger

Schwarz, dunkelblau, grau. In diesen Farben hat ein Schüler die linke Seite seines Blatts bemalt. Auf der rechten Seite ist es strahlend gelb. Dazwischen eine dicke Mauer. „Die Kinder haben Bilder gemalt, wie es ihnen jetzt geht“, sagt Irmgard Gutschke vom Malteser Hospizdienst, „oft sind es ambivalente Gefühle“.

Seit vier Tagen beschäftigt sich eine Grundschulklasse der Martini-Grundschule im Rahmen des Projekts „Hospiz macht Schule“ mit dem Thema Sterben. Sechs ehrenamtliche Hospizhelfer begleiten die Klasse. Sie alle sind dafür geschult worden und man merkt an ihrem freudigen Umgang mit den Schülern, dass es ein Herzensprojekt ist. „Ich mache das dieses Jahr zum ersten Mal“, berichtet die Ehrenamtliche Anne Langkamp, „und es ist wahnsinnig bereichernd. Die Kinder gehen sehr unbefangen mit dem Thema um.“

An diesem Vormittag dreht sich alles um das „Traurig Sein.“ Im Stuhlkreis präsentiert Dieter Hokamp eine große Sonnenblume. „Die könnte für das Leben stehen“, meint der junge Maxim, „und man kann sie auf dem Friedhof einpflanzen.“ Gemeinsam werden Töpfe mit Washi-Tape verziert und Blumen gepflanzt. Die älteren Hospizbegleiter scherzen mit den Kindern und haben ein offenes Ohr. Das Projekt verbindet die Generationen und das Leben mit dem Tod.

„Uns ist es wichtig, gerade heute den Tod nicht zu tabuisieren“, so Langkamp, „er gehört schließlich auch zum Leben.“ Die vergangenen Tage waren jeweils einem Themenkomplex gewidmet: Werden und Vergehen, Krankheit und Leid, Sterben und Tod. Zum Abschluss der Projektwoche gehen die Kinder auf den Friedhof und schauen dem Friedhofs Gärtner beim Ausheben eines Grabes über die Schulter. „Sie sollen nach der vorbereitenden Woche sich den Friedhof konkret anschauen“, so Langkamp.

Noah, der noch an seinem Topf bastelt, findet genau das spannend: „Am meisten hat mir gefallen, dass wir etwas über den Tod erfahren haben.“

Die Projektwoche endet mit einem großen Abschlussfest und es wird ganz bewusst ein Fest, in dem das Leben und der Tod gefeiert wird. „Die Kinder präsentieren ihren Eltern, was wir diese Woche gemeinsam gemacht haben“, sagt Anne Langkamp.

Klara weiß auch schon, was sie mit ihrer kleinen Sonnenblume macht. „Die kommt zu uns in den Garten, damit sie groß wird“, sagt sie.

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