Otmar Alt erklärt in der Galerie Hunold seinen Kunst-Begriff
Gute Stimmung ist ihm zu wenig

Greven -

Die Welt des Otmar Alt hat viele Farben; mal ist sie bunt, mal kunterbunt, bisweilen auch chaotisch. Sie ist beseelt von lauter freundlichen Wesen, die in ihrer munteren Farbigkeit heiter, mutig und positiv aufs Leben schauen.

Sonntag, 24.03.2019, 20:06 Uhr aktualisiert: 26.03.2019, 17:00 Uhr
Otmar Alt (großes Bild rechts) kam auf Einladung von Galerist Hans-Georg Hunold (mit Alt-Krawatte) zur Eröffnung einer Ausstellung, die einen Querschnitt von Otmar-Alt-Arbeiten von den 70er Jahren bis heute zeigt.
Otmar Alt (großes Bild rechts) kam auf Einladung von Galerist Hans-Georg Hunold (mit Alt-Krawatte) zur Eröffnung einer Ausstellung, die einen Querschnitt von Otmar-Alt-Arbeiten von den 70er Jahren bis heute zeigt. Foto: Hans Lüttmann

„Farbe berührt uns. Farbe löst Gefühle aus“, sagt der 78-jährige Künstler, „aber ich will nicht einfach nur gute Stimmung machen. Das ist mir zu wenig. Ich denke auch gar nicht dekorativ. Mich beschäftigen die Spannungen des Lebens, die wunderbare Natur und unsere Gefühle.” Wer diesem Blick aufs Leben nachspüren will, für den gibt es diese Adresse in Greven: Martinistraße 47, dort in der Galerie Hunold zeigt Otmar Alt einen Querschnitt seiner Arbeiten von den 70er Jahren bis heute.

„Otmar Alt ... und Neu“ heißt der etwas bemühte Titel der Ausstellung, zu deren Eröffnung am Sonntag so viele Besucher kamen, dass wirklich niemand mehr hineinpasste – bis auf einen: Otmar Alt, der seinen Zug in Hamm verpasst hatte und eine knappe halbe Stunde später mit herzlichem Applaus begrüßt wurde.

Den akademischen Teil der Veranstaltung übernahm Kunstwissenschaftlerin Ute Löw, die Otmar Alts Werk mit Arbeiten von Joan Miro, Wassily Kandinsky und Hans Arp verglich und die leuchtende Strahlkraft der Bilder und Skulpturen lobte: „Diese Farbigkeit lässt seine Werke im wahrsten Sinne des Wortes vor positiver Energie und Lebensfreude übersprudeln. Hinter der vordergründigen Leichtigkeit scheint jedoch bei näherer Betrachtung eine tiefgründige Ebene auf, die den Betrachter dazu verleitet, die Geschichten der Bilder zu erkunden.“

Und der Meister ließ es sich, nicht zuletzt wegen der vielen Kinder an diesem Morgen, nicht nehmen, wieder einmal sein Kunstgebet zu erklären, Otmar Alts „Zehn Gebote“, in denen er zum Querdenken aufruft (auch Umweltaktivistin Greta Thunberg ausdrücklich als Vorbild lobt), Kreativität als wesentliches Lebensmotiv erkennt und die Menschen ermuntert, „einfach mal was auszuprobieren“. Das Leben, das Otmar Alt als „Versuch“ bezeichnet, halte so viele Möglichkeiten bereit. Und: „Schön ist es, was wir da sehen, viel schöner aber ist, was Fantasie und Kreativität daraus machen können.“ Umsetzen, was die eigene Schöpferkraft hergibt; freigeben, was die Fantasie verstellt und einsetzen für die Kunst einer neuen Generation. Kunst heiße: ein Zeichen setzen; Zeichen setzen bedeute, etwas Bleibendes zu schaffen und den interessierten Betrachter direkt in die Welt meiner Kunst mitzunehmen und einzubeziehen. „Ich möchte den Menschen etwas mitteilen und in der Gesellschaft, in der ich heute lebe, ein positives Zeichen setzen.“

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten der Galerie besucht werden, dienstags bis freitags von 9 bis 12.30 Uhr und 14.30 bis 18.00 Uhr, und samstags von 9 bis 13. Der Eintritt ist frei.

Otmar Alt in der Galerie Hunold

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