Airline-Insolvenz
Germania-Rettung endgültig gescheitert

Berlin/Greven -

Hoffnungsschimmer verglüht: Investoren interessierten sich für die insolvente Airline Germania, die lange eine wichtige Rolle am Flughafen Münster/Osnabrück gespielt hat. Doch es kam anders.

Dienstag, 26.03.2019, 07:06 Uhr aktualisiert: 26.03.2019, 07:18 Uhr
 Eine Maschine der Fluggesellschaft Germania vor dem Terminal bei der Eröffnung des Germania-Gates am Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) in Greven am 27. April 2017.
 Eine Maschine der Fluggesellschaft Germania vor dem Terminal bei der Eröffnung des Germania-Gates am Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) in Greven am 27. April 2017. Foto: Gunnar A. Pier

Für die insolvente Berliner Airline Germania gibt es keine Zukunft mehr – die Rettungsversuche sind gescheitert . Alle seriösen Bieter seien abgesprungen, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg am Montag mit. Eine Stilllegung sei nicht mehr abzuwenden. „Die Mitarbeiter erhalten nun in den nächsten Tagen die Kündigungen und werden zusätzlich zum Anfang April freigestellt“, hieß es in der Mitteilung weiter.

20 von 27 Flugzielen am FMO

Im Februar hatte die Airline mit fast 1700 Mitarbeitern Insolvenz angemeldet – fast eineinhalb Jahre nach der spektakulären Pleite der Air Berlin. Germania steuerte viele Reiseziele im Mittelmeerraum an. Am Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) in Greven hatte Germania 20 der 27 Ziele angeflogen. Im Jahr 2018 hatte die Airline 269.000 der etwas mehr als eine Million FMO-Fluggäste befördert.

Dem Flughafen gelang es, einen Großteil der durch die Airline-Pleite weggebrochenen Ziele kurzfristig durch neue Anbieter zu ersetzen.

Der FMO-Sommerflugplan 2019

1/20
  • Diese Flugziele werden im Sommer 2019 vom FMO bedient:

    Foto: Diverse
  • 1. Adana, Türkei (Sun Express, Corendon)

    Die fünftgrößte Stadt der Türkei nahe der Mittelmeerküste liegt etwa 160 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt.

    Foto: Diverse
  • 2. Antalya, Türkei (Sun Express, Corendon)

    Der Hauptort der „Türkischen Riviera”, die für ihre langen Sandstrände bekannt ist, hat selbst eine Steilküste.

    Foto: Diverse
  • 3. Burgas, Bulgarien (Bulgarian Air Charter)

    Die Hafenstadt am Schwarzen Meer ist das Zentrum des gesamten Südostens von Bulgarien.

    Foto: Diverse
  • 4. Frankfurt am Main, Deutschland (Lufthansa)

    Das deutsche Drehkreuz im internationalen Flugverkehr.

    Foto: Diverse
  • 5. Fuerteventura, Spanien (Corendon)

    Auf der zweitgrößten Kanarischen Insel ist es ganzjährig warm und es weht stets ein kühlender Wind.

    Foto: Diverse
  • 6. Gran Canaria, Spanien (Corendon)

    Foto: Diverse
  • 7. Heraklion, Griechenland (Corendon)

    Foto: Diverse
  • 8. Hurghada, Ägypten (Corendon und Fly Egypt)

    Foto: Diverse
  • 9. Istanbul (Flughafen Sabiha Gökcen, SAW), Türkei (Pegasus)

    Foto: Diverse
  • 10. Izmir, Türkei (Sun Express, Corendon)

    Foto: Diverse
  • 11. Kayseri, Türkei (Sun Express)

    Das Zentrum Kappadokiens liegt in der Nähe des Nationalparks Göreme.

    Foto: Diverse
  • 12. Kos, Griechenland (Corendon)

    Foto: Diverse
  • 13. München, Deutschland (Lufthansa)

    Foto: Diverse
  • 14. Palma de Mallorca, Spanien (Eurowings, Laudamotion)

    Foto: Diverse
  • 15. Rhodos, Griechenland (Corendon)

    Foto: Diverse
  • 16. Stuttgart, Deutschland (AIS Airlines)

    Foto: Diverse
  • 17. Teneriffa, Spanien (Corendon)

    Foto: Diverse
  • 18. Varna, Bulgarien (Bulgarian Air Charter)

    Foto: Diverse
  • Wien: Vorfreude auf den Winter. Ab Oktober wird es möglich sein, die österreichische Hauptstadt von Greven aus direkt anzufliegen. 

    Foto: colourbox.de

Begehrte Slots

Insgesamt beförderte die viertgrößte deutsche Airline nach eigenen Angaben mehr als vier Millionen Passagiere. Die Flugzeuge blieben mit der Insolvenz ohne Ausnahme am Boden.

Eigene Maschinen hatte die Fluggesellschaft nicht, die annähernd 30 Flugzeuge waren zuletzt nach Angaben des Insolvenzverwalters alle geleast. Nun könnte es anderen Airlines verstärkt darum gehen, an Germania-Slots heranzukommen. Damit sind die begehrten wie lu­krativen Start- und Landerechte an Flughäfen gemeint. Zum Beispiel hatte direkt nach der Germania-Pleite die Lufthansa-Tochter Eurowings Interesse an den Slots am Flughafen Düsseldorf gezeigt.

Interessenten ziehen sich zurück

Bis zuletzt hatte es für die Mitarbeiter der insolventen Fluggesellschaft noch einen Hoffnungsschimmer gegeben. Es bewarben sich laut Wienberg zunächst Interessenten sowohl für große Teile der Germania als auch für den Bereich Wartung und Technik. Sie alle zogen sich aber inzwischen aus dem Bieterprozess zurück, wie es nun hieß. Ein Problem sei der enge Zeitrahmen gewesen, denn zum 31. März ende der Insolvenzgeldzeitraum für die Mitarbeiter.

Das eigentliche Insolvenzverfahren ist bislang allerdings noch nicht eröffnet worden, teilte ein Sprecher Wienbergs mit. Momentan läuft noch die Phase des vorläufigen Insolvenzverfahrens. Über den Eröffnungstermin entscheidet ein Gericht auf Grundlage eines Gutachtens des Insolvenzverwalters.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6497609?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker