Hauptschule: Rund 50 Flüchtlinge werden in andere Unterkünfte verlegt
Nur noch ein Zuhause auf Zeit

Reckenfeld -

Das Gebäude steht zur Disposition – und damit auch das derzeitige Zuhause jener Menschen, die dort leben. Der „Neubau“ der früheren Hauptschule wird seit 2015 als Unterkunft für geflüchtete Menschen genutzt. Dafür waren die ehemaligen Klassenräume eigens umgebaut worden.

Mittwoch, 27.03.2019, 09:57 Uhr aktualisiert: 27.03.2019, 10:00 Uhr
Derzeit leben noch rund 50 geflüchtete Menschen in der ehemaligen Hauptschule. Da das Gebäude voraussichtlich abgerissen wird, werden die Menschen in andere städtische Unterkünfte umziehen müssen. Wann es soweit ist, ist allerdings noch offen.
Derzeit leben noch rund 50 geflüchtete Menschen in der ehemaligen Hauptschule. Da das Gebäude voraussichtlich abgerissen wird, werden die Menschen in andere städtische Unterkünfte umziehen müssen. Wann es soweit ist, ist allerdings noch offen. Foto: Oliver Hengst

Inzwischen machen sich Stadtplaner Gedanken zum Schul- und Sportareal, denn die Fläche soll als Bauland vermarktet werden. Ob die Hauptschule ganz oder teilweise weichen muss, bleibt abzuwarten. Absehbar scheint jedoch zu sein, dass – wenn überhaupt – nur ein Teil des Altbaus stehen bleibt, der dann als Bürgerhaus oder ähnliches genutzt werden könnte. Der Altbau hat für viele Reckenfelder durchaus Erinnerungswert.

Dem Neubau hingegen würden wohl nur die wenigsten eine Träne nachweinen. Sein Schicksal scheint besiegelt zu sein. In der Ausschreibung des städtebaulichen Wettbewerbes heißt es: „Aufgrund der Umstrukturierungen und des überwiegend maroden baulichen Zustands der Bestandsgebäude können mit Ausnahme des alten, südlichen Gebäudeteils des ehemaligen Schulgebäudes alle bestehenden baulichen Anlagen als abgängig angesehen werden.“ In einer Skizze ist der Neubau roséfarben markiert. Rosè heißt: „Abzubrechendes Gebäude“.

Derzeit leben noch rund 50 Flüchtlinge in der Schule. In Spitzenzeiten waren es mal 165 – im Alt- und Neubauteil. Nachdem die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland und damit auch nach Greven kamen, wieder deutlich zurückging, erreichte auch die Belegung der Hauptschule wieder jenes Maß, das eigentlich von Anfang an vorgesehen war: etwa 70 Bewohner. Nun sind davon noch 50 übrig, auch weil einige inzwischen einen anderen Status erlangt haben und eine Wohnung auf dem freien Markt ergattert haben. In Reckenfeld leben aktuell insgesamt nur noch 74 geflüchtete Menschen in städtischen Unterkünften – es dürften mal mehr als 200 gewesen sein.

Jene 50, die in der Hauptschule leben, würden im Falle eines Abrisses des Gebäudes natürlich nicht auf der Straße stehen. „Die Menschen werden auf andere städtische Unterkünfte verteilt“, erklärte Wolfgang Jung von der Pressestelle der Stadt auf Nachfrage. An Kapazitäten mangelt es nicht. Vor allem die beiden großen „Containerdörfer“ in der Wentruper Mark und an der Hüttruper Straße haben deutlich zur Entspannung beigetragen. Die Menschen würden, sobald die Perspektive der Hauptschule geklärt ist, drei Monate vorher über ihren anstehenden Umzug informiert, erläuterte Jung. Mit einem Ergebnis des derzeit laufenden städtebauliche Wettbewerbes zur Gestaltung der Ortsmitte wird Mitte des Jahres gerechnet.

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