Mehrkosten für Hembergener Brücke
Alternativlos über der Schmerzgrenze

Greven/Hembergen -

Da waren aber so einige mächtig angesäuert. Die Nachricht, dass der Neubau der Emsbrücke in Hembergen deutlich teurer wird, fanden die meisten Politiker am Mittwoch im Rahmen des Haupt- und Finanzausschusses nicht wirklich gut.

Freitag, 29.03.2019, 18:26 Uhr aktualisiert: 29.03.2019, 18:30 Uhr
Die Emsbrücke in Hembergen ist marode und muss neu gebaut werden – für 1,15 Millionen Euro.
Die Emsbrücke in Hembergen ist marode und muss neu gebaut werden – für 1,15 Millionen Euro. Foto: Peter Beckmann

„Nichts gegen die Brücke, aber in manchen Angelegenheiten bohren wir uns für 3,50 Euro ein Loch ins Knie, und hier wird das Alles mal eben 210 000 Euro teurer. Das kann doch nicht angehen“, echauffierte sich Jürgen Diesfeld (CDU), betonte aber zugleich, dass natürlich die Mehrheit dem Neubau gegenüber positiv eingestellt sei. „Nicht, dass da ein falscher Eindruck entsteht.“

Ursprünglich sollen sowohl Greven als auch Emsdetten jeweils 350 000 Euro für den Neubau der Brücke zahlen. Der Westfälisch Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) sollte zwischen 30 000 bis 50 000 Euro zuschießen.

Jetzt auf einmal sollte es deutlich teurer werden – insgesamt 1,15 Millionen Euro. Also jeweils 560 000 Euro für Greven und Emsdetten. „Momentan werden wohl jede Menge Brücken gebaut, das Ausschreibungsergebnis ist daher um 37 Prozent gestiegen“, erklärte Aloys Wilpsbäumer, Chef der Technischen Betriebe Greven (TBG).

Damit hätten die Politiker vielleicht noch leben können. Aber eine andere Tatsache sorgt für deutlich mehr Aufregung. Denn: „Die Planungs- und Gutachterkosten wurden bislang nicht erwähnt und sind meines Erachtens mit rund 200 000 Euro exorbitant hoch“, ärgerte sich Diesfeld nicht alleine. „Wir bewegen uns in Sachen Preissteigerung auf der Schiene von Hamburg und Berlin“, sagte er und spielte damit auf die unglaubliche Steigerung der Baukosten bei Elbphilharmonie und Hauptstadt-Flughafen an.

Wilpsbäumer wollte das aber nicht so stehen lassen. „Bei solchen Bauten müssen normalerweise sogar 25 Prozent für Planungs- und Gutachterkosten eingeplant werden“, sagte er und versicherte, dass das Projekt sorgfältig geplant und am Markt abgefragt worden sei.

Michael Kösters-Kraft (Grüne) beklagte den geringen finanziellen Anteil der Landwirte, die von dem neuen Bauwerk wohl am meisten profitieren. „Da hätte ich mir schon mehr erwartet“, sagte er.

Thomas Hudalla (Linke) fasste die Gefühle der Politiker zusammen. „Die Schmerzgrenze ist jetzt aber wirklich erreicht.“ Und Diesfeld ergänzte: „Es tut uns allen weh, aber es gibt keine Alternativen.“

Alle Politiker außer Linke und Reckenfeld direkt stimmten dem neuen Kostenrahmen für den Neubau der Brücke zu.

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