Konzert des Emsdettener Frauenchors im Ballenlager
Professionell durch und durch

Greven -

Ausgezeichnet, überragend, ausgereift, tolle Choreo, superbe Darsteller, satter Sound im übervollen Ballenlager - so war der Auftritt des Frauenchores Emsdetten in Greven.

Montag, 01.04.2019, 17:30 Uhr
Die Misérables waren das absolute Highlight des Abends und waren auch nicht von Graf Krolok und seinen tanzenden Vampiren zu toppen.
Die Misérables waren das absolute Highlight des Abends und waren auch nicht von Graf Krolok und seinen tanzenden Vampiren zu toppen. Foto: Hans Lüttmann

Mamma mia, wenn das mal gutgeht! Fromme Nonnen, Dancing Queens und blutdürstige Vampire, Sissi, die liebreizende Kaiserin der Herzen, und die bedauernswert elenden Misérables gemeinsam auf dem Weg nach Greven, wo unterwegs noch drei Musketiere lauern und der unglückliche Dr. Jekyll sich vor Mister Hyde fürchtet – eingeladen hat die bühnenreifen Gesellen Harald Meyersick; getanzt, gesungen und gespielt haben all die weltberühmt und liebgewonnenen Musical-Figuren die Sängerinnen des Emsdettener Frauenchors, die schon am Samstag für ihr Heimspiel im Dettener Bürgersaal mehr Lorbeeren bekamen, als sie nach Hause tragen konnten. Deshalb schenkten sie am Sonntag ihrem Chorleiter noch ein pralles Bouquet davon, denn „unser lieber Harald“ gab im Ballenlager seine Abschiedsvorstellung und macht sich aus Greven und Deutschland auf ans sonnengeküsste Mittelmeer.

Ganz alleine mussten die gut 50 Sängerinnen aus der Wannenmacherstadt die kunterbunte Musical-Gesellschaft allerdings nicht über den Grevener Laufsteg lustwandeln lassen: Inna Hermann und Jens Schulze-Osthoff halfen mit hinreißenden Sopran- und Tenorstimmen mit, die Musical-Highlights zu musikalischen Leuchtfeuern, ach was: Fanalen auflodern zu lassen. Und die opulente Ausstattung bot auch noch richtig was für die Augen. Nur eines hätte die rasante Revue noch stimmiger machen können: Das Highlight der Highlights ans Ende und nicht in die Mitte zu platzieren, denn die Misérables waren auch nicht von Graf Krolok und seinen tanzenden Vampiren zu toppen.

Meistens kommen an dieser Stelle der Rezension ja schmelzige Tiraden über wohltimbrierte Stimmen, versierte Dirigenten, in Grundfesten erschütterte Bühnenbretter, Ausnahmekünstler und beseelte Zuhörer – aber Musik in Worten wiederzugeben ist genauso fruchtlos wie aufregende Architektur zu tanzen. Deswegen hier nur das: ausgezeichnet, überragend, ausgereift, tolle Choreo, superbe Darsteller, satter Sound im übervollen Ballenlager – ein Musical-Erlebnis mit, seien wir ehrlich, nicht erwarteter Gloriole, das nur noch diese eine Frage aufwirft: Was bitte können Profis besser? Also, ganz bescheiden und sehr ergriffen: Thank you for the music! Und, fast vergessen: Ob das gutgeht, war oben die Frage. „Mamma mia, aber wie!“, wäre dann mal die Antwort.

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