Gesamtschüler befragen ihre Mitschüler
Ohne Handy geht fast nichts

Greven -

Der Pädagogik-Kurs der Jahrgangsstufe 9 der Nelson-Mandela-Gesamtschule hat eine interne Studie zum Thema Handynutzung durchgeführt.

Donnerstag, 04.04.2019, 10:00 Uhr
Der Pädagogik-Kurs der Jahrgangsstufe 9 hat für eine interne Studie rund 300 Schüler befragt.
Der Pädagogik-Kurs der Jahrgangsstufe 9 hat für eine interne Studie rund 300 Schüler befragt.

WhatsApp, Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat – Internetdienste, die die heutige Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen prägen. Viele nutzen das Internet, es gibt aber durchaus auch bekannte Risiken, wie beispielsweise das Cybermobbing oder Suchtgefahr.

Ohne nun vollständig über das Medienverhalten der Schülerinnen und Schüler der Nelson-Mandela-Gesamtschule aufklären zu können, unternahm der Pädagogik-Kurs der Jahrgangsstufe 9 dennoch den Versuch, durch einen Fragenkatalog Erkenntnisse vor allem über die Handynutzung junger Menschen in den Jahrgängen 6 und 9 zu gewinnen.

Zwei Schülerinnen des Kurses, Emma Gausling und Carolin Schröder berichten:

„In unserem Kurs entwickelten wir einen Fragekatalog zum Thema Handynutzung und führten eine vergleichende Umfrage zum Medienverhalten in den Klassen 6 und 9 durch.

Sie umfasste zwölf Fragen: von der Teilnahme in bestimmten sozialen Netzwerken und Nutzung von Internetdiensten über generelle Nutzungszeiten, bis hin zu Mobbing im Netz. Die Unterschiede zwischen den Jahrgängen und den Geschlechtern war dabei oft nicht so gravierend wie zuvor vermutet.

Von den rund 300 befragten Schülerinnen und Schülern gab lediglich einer an, kein Handy zu besitzen. Unabhängig von Alter und Geschlecht nutzen fast alle WhatsApp, und nur sehr wenige Facebook.

Die Anzahl der geschickten Nachrichten lag bei den jugendlichen Schülerinnen an Werktagen bei über 100 täglich, auf das Wochenende bezogen lagen da die Zahlen bei den Mädchen deutlich höher. Gegen die Befürchtung, dass Mobbing sehr häufig vorkomme, standen die angegebenen, eher geringen Zahlen. Dennoch ist jeder Fall zu viel. Eine Kontrolle des Handys durch die Eltern erfolgt bei Mädchen wesentlich häufiger als bei Jungen.

Ein Viertel der befragten Schülerinnen und Schüler gab an, Freunde zu haben, die sie allein durch das Internet kennen. Außerdem wurde nach Handyregeln in der Familie gefragt, wobei deutlich wurde, dass die Kinder und Jugendlichen sehr genau mitbekommen, wenn sich Erwachsene selbst über vereinbarte Regeln hinwegsetzen.

Wir stellten unsere Ergebnisse in Form einer Power-Point-Präsentation auf einem Elternabend vor, der Bestandteil des Medienprojekts der Jahrgangsstufe 6 unserer Schule ist. Es wird durch Sozialpädagogen von der Drogen- und Suchtberatung im Rahmen der Suchtprävention des Caritasverbandes Emsdetten-Greven gestaltet.

Nicht nur unsere Ergebnisse ließen die Eltern aufmerken und regten an zum Nachdenken über mögliche Auswirkungen und Konsequenzen des Handykonsums.

Bei unserer letzten Frage, ob man denn auch ganz ohne Handy auskommen könne, gab immerhin die Hälfte der 9er-Jungen an, dass ihnen das möglich sei. Die Mädchen sahen das überwiegend anders.“

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