Sperrgut-Abfuhr wird auf Anforderungssystem umgestellt
Ende des Müll-Tourismus

Greven -

Das bisherige System der viermaligen Sperrmüll-Abholung zu festen Terminen ist bald Geschichte. Es wird auf eine zweimalige Abholung auf Anforderung umgestellt.

Donnerstag, 04.04.2019, 19:54 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 20:01 Uhr
Die Menge, die bei den vier festen Sperrgutterminen in Greven zusammen kommt, ist gigantisch. Nicht zuletzt deswegen soll das System auf Anforderung per Scheckkarte umgestellt werden.
Die Menge, die bei den vier festen Sperrgutterminen in Greven zusammen kommt, ist gigantisch. Nicht zuletzt deswegen soll das System auf Anforderung per Scheckkarte umgestellt werden. Foto: Peter Beckmann

Manchmal hat man das Gefühl, das hab ich schon mal erlebt – das berühmte Déjà-vu-Erlebnis. Und das wird so mancher am Mittwochabend während der Sitzung des Betriebsausschusses gehabt haben, als es um das Thema Sperrgut-Abfuhr ging. In dieser Sitzung wurde beschlossen, das bisherige System der viermaligen Abholung zu festen Terminen aufzugeben und auf eine zweimalige Abholung auf Anforderung umzustellen.

In den 80er Jahren war in Greven alles wie es momentan ist. Vier Mal im Jahr wurde das Sperrgut zu festen Terminen abgeholt. Dann wurde im Jahr 1990 auf ein Schecksystem mit zwei Abfuhren im Jahr auf Anforderung umgestellt. Zwei Jahre später hieß es wieder alles retour. Und weitere vier Jahre schlug die Verwaltung wieder ein Schecksystem vor – was die Politik aber ablehnte.

Jetzt ist es wieder so weit. Ab 2020 kann jeder Haushalt zwei Mal im Jahr mit Hilfe eines Formulars die Sperrmüll-Abfuhr einfordern. „So, wie es bislang praktiziert wird, kann es nicht weiter gehen“, sagte Aloys Wilpsbäumer, Leiter der Technischen Betriebe Greven (TBG). „Bei diesem System gibt es extreme Auswüchse bei der Menge des Mülls, es gibt erhebliche Defizite bei der Sauberkeit der Stadt und auch immer wieder Probleme mit den Sammlern.“ Außerdem werde immer wieder Bauabfälle, Gewerbeabfälle und Hausmüll an die Straße gestellt.

Wilpsbäumer plädierte deshalb für das Anforderungsmodell. „Das ist ein niedrigschwelliges Angebot für die Bürger. Drei, vier Wochen, nachdem sich jemand gemeldet hat, wird das Sperrgut kostenlos abgeholt.“ Und er verwies auf den Wertstoffhof, der derzeit gebaut wird und dann den Bürgern zur Entsorgung zur Verfügung stehe.

Damit gab er zwar die Meinung der Mehrheit wieder, aber es gab auch andere Vorschläge. Die Grünen forderten eine Kombination der Angebote. Sprich: Zwei feste Termine zur Entsorgung und zwei Abfuhren auf Abruf. „Die Sammler bei den Sperrgutermine sorgen dafür, dass Wertstoffe gesammelt und recycelt werden“, begründete Peter Borggreve.

Dominik Uhlenhake (Linke) setzte sich für das so genannte „Karlsruher Modell“ ein. Danach gibt es einmal im Jahr festgelegte Abholtermine für den Straßensperrmüll. Zusätzlich kann jeder Haushalt einmal im Jahr einen Termin nach eigenem Bedarf aus drei verschiedenen Terminvorschlägen wählen. „Viele arme Menschen suchen sich immer wieder gute Sachen aus dem Sperrmüll, deshalb sollte man zumindest einen festen Termin beibehalten.“

Dies und der Vorschlag der Grünen wurden abgelehnt, der Vorschlag der Verwaltung beschlossen.

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