DJ Uwe Alsleben hört auf
Ganz ohne Musik geht es nicht

Reckenfeld -

Etwas abzugeben fällt nicht immer leicht. Vor allem, wenn man eine Sache mit so viel Spaß gemacht hat, wie Uwe Alsleben. Nach dem Seniorennachmittag des Ka-Ki-V, wo er wieder als DJ im Einsatz war, sagte Uwe Alsleben mit einem Tränchen im Auge: „Tschüss, ich höre auf.“

Samstag, 06.04.2019, 09:03 Uhr aktualisiert: 06.04.2019, 09:10 Uhr
Uwe Alsleben liegt die Musik im Blut, früher spielte er in einer Schülerband, dann verlegte er sich auf Unterhaltungsmusik.
Uwe Alsleben liegt die Musik im Blut, früher spielte er in einer Schülerband, dann verlegte er sich auf Unterhaltungsmusik. Foto: Rosi Bechtel

Das war auch für die Ka-Ki-Vler keine lustige Nachricht. Wer die Sitzungen des Ka-Ki-V kennt und anschließend zum Tanz blieb, weiß: Uwe hat immer alles gegeben, hatte das richtige Feeling. Er ging auf die Gäste ein und sorgte dafür, dass die Tanzfläche nie leer blieb.

Laut Kalle Dömer muss es 2001/2002 gewesen sein, als Uwe Alsleben bei einer Veranstaltung der Ka-De-Po (gibt es heute nicht mehr) fragte, ob er nicht auch beim Ka-Ki-V für Stimmung sorgen könnte. Zu diesem Zeitpunkt suchte man, nachdem zuvor immer eine Band spielte, tatsächlich Ersatz. Wilfried Richtermeier erinnert sich, dass „Uwe zwischendurch ein oder zwei Jahre wegen gesundheitlicher Probleme aufgehört hat. Doch mit dem damaligen DJ konnten wir nicht so richtig warm werden und so haben wir Uwe wieder reaktiviert“.

Was niemand bereut hat, denn wenn Uwe in seine Musikkiste griff, war Stimmung angesagt. „Aber man muss auch wissen, wenn es nicht mehr geht. Ich war ja quasi immer der Letzte, der ging: Man wird nicht jünger und nach so einer langen Nacht am nächsten Tag wieder im Einsatz zu sein – das schlaucht in meinem Alter.“

Uwe Alsleben ist jetzt 61 und macht seit seinem 16. Lebensjahr Musik. Erst spielte er in der Schülerband fünf Jahre lang Gitarre, dann machte er als DJ Tanzmusik. Im Osten war damals ein 40-Prozent-Anteil ausgewählter West-Musik erlaubt.

Vor 30 Jahren kam er nach Greven und sorgte seitdem als DJ auf diversen Schützenfesten, aber vor allem auf Privatpartys für Stimmung. Mit Perücke und aufblasbarer Gitarre tanzte er auf den Tischen, sang und riss alle mit. „Mir ist immer wichtig, nicht nur hinter dem Pult zu stehen, sondern mitten drin zu sein. Ich habe so viele tolle Menschen kennen gelernt, aber auch erlebt, dass dort mal was schiefging.“ Dinge, über die er lachen, aber nicht in der Öffentlichkeit sprechen kann.

Sein Familienname zeigt auch an, woher er kommt. „Ganz aus der Nähe der Stadt Alsleben im Südharz“, lacht er.

Auf privaten Partys wird man den beliebten DJ gelegentlich noch erleben. „So ganz ohne Musik, da würde mir etwas fehlen“, und das glaubt man ihm gerne.

Noch einmal wird er als DJ so richtig im großen Stil aufdrehen. Und zwar bei einer Party am 9. November im Deutschen Haus. „Ilona und Frank Weigel, die ebenfalls aus dem Osten stammen, wollen zum 30-jährigen Mauerfall eine Ossi-Party veranstalten. Die Musik dafür stelle ich jetzt so nach und nach zusammen. Dabei sind Karat, die Klaus Rempt Combo, Karussell, Udo Lin-denberg, eben die Musik die dort gespielt wurde.“ Auf diesen Abend freut sich „der Uwe“ ganz besonders.

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