Kinder sammeln Müll in Schmedehausen
Volle Säcke – saubere Landschaft

Schmedehausen -

Sieben Kids räumen Schmedehausen auf. Denn überall liegt Müll. Für sie ist es ein Langzeitprojekt.

Dienstag, 23.04.2019, 09:06 Uhr aktualisiert: 25.04.2019, 16:38 Uhr
Die Müllsammler (v. l): Johanna Wemmer, Johann Schulze Jochmaring, Janne Schulze Jochmaring, Juliane Schulte Everding, Judith Schulte Everding, Franziska Freese und Louisa Wemmer.
Die Müllsammler (v. l): Johanna Wemmer, Johann Schulze Jochmaring, Janne Schulze Jochmaring, Juliane Schulte Everding, Judith Schulte Everding, Franziska Freese und Louisa Wemmer. Foto: Franziska Gähr

Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und es wäre wunderschön in den Straßen von Schmedehausen, wenn nicht überall Müll am Wegesrand liegen würde. „Hier ist noch eine Flasche“, ruft Juliane Schulte Everding aus dem Graben. „Das ist jetzt schon die Zehnte“, stöhnt ihre Schwester Judith, die auf dem Kettcar sitzt. Nicht etwa, weil sie keine Lust mehr hat, den Müll aus dem Graben zu sammeln. Nein – die Kinder sind hochmotiviert bei der Sache. Aber aufregen könnten sie sich alle. Zurecht. Und zwar über diejenigen, die ihren Müll einfach im Graben entsorgen.

Säcke von Abfall

Es ist unglaublich, wie viel Müll die Kinder an diesem Samstagvormittag an Jochmarings Damm finden. Teilweise sind es sogar ganze Säcke voll mit Abfall. In den Graben geschmissen, platzen die Säcke auf, der Müll verteilt sich zwischen den Gräsern und liegt dort bestimmt schon wochenlang. Das sieht nicht nur unschön aus, sondern gefährdet auch die Tiere, die auf den Feldern und im Wald leben.

Die Mädchen und Jungen aus Schmedehausen sind fest entschlossen, ihre Umgebung vom Müll zu befreien. In großen blauen Müllsäcken sammeln die sieben Kinder alles, was sie am Straßenrand und im Graben an Abfall finden.

Eimer für die Scherben

„Für die Scherben haben wir extra einen Eimer dabei, sonst reißen sie uns die Säcke kaputt“, erklärt Janne Schulze Jochmaring. Und ihr Bruder Johann ergänzt: „Heute haben wir schon so viele Glasflaschen gefunden, dass die alle nicht mehr in den Eimer passen.“ Im Anhänger des Kettcars liegen bereits ein Dutzend leere Glasflaschen.

Die Kinder haben ein raffiniertes System bei ihrer Arbeit: Die Einen suchen links und rechts im Graben nach Müll. Die Anderen laufen am Straßenrand entlang und nehmen den Müll entgegen. Dann kommt alles in große blaue Müllsäcke. Das Kettcar fährt in der Mitte und dient als Ablage für schwere Teile, Flaschen und volle Säcke.

Während Louisa, Johanna, Janne, Juliane, Judith, Franziska und Johann nach Müll suchen, hat einer der Eltern für eine kleine Stärkung gesorgt. Alfons Jochmaring hat für jedes Kind ein Eis dabei und das haben sich die fleißigen Müllsammler wirklich verdient.

Eis von den Eltern

„Es ist toll, wie viel Motivation die Kinder mitbringen“, sagt er, „und gleichzeitig ist es erschreckend, was andere Leute am Straßenrand liegen lassen.“

Angefangen hat die Müllsammelaktion vor ein paar Wochen. Als Judith und Juliane Schulte Everding zum Spielen bei Franziska Freese waren, kamen die Kinder auf diese Idee: „Wir waren mit dem Hund spazieren. Und als wir am Kanal den ganzen Müll gesehen haben, sind wir zurück gegangen und haben uns Müllsäcke mitgenommen. Dann haben wir sofort angefangen, den Müll einzusammeln“, erzählt Juliane. Daraufhin haben sich die anderen Kinder aus der Nachbarschaft angeschlossen.

Die Mädchen und Jungen aus Schmedehausen organisieren die Müllsammelaktionen ganz alleine. Über einen Gruppenchat sprechen sie Termine und Treffpunkte ab. Die Kinder haben ein klares Ziel vor Augen.

Ein Fest am Ende

Sie wollen ganz Schmedehausen vom Müll befreien. „Und wenn wir alles geschafft haben, dann feiern wir ein großes Fest mit allen, die geholfen haben“, freuen sie sich.

Alle sind sich einig: Das ist nicht die letzte Verabredung zum Müllsammeln gewesen. „Und in den Sommerferien gibt es auch viel zu tun, wenn Badesaison ist“, meint Louisa, „dann müssen wir oft am Kanal aufräumen, weil alle ihren Müll liegen lassen.“

Der Höhepunkt an diesem Samstagvormittag ist ein riesiger Haufen Papiermüll. Johann und Janne erinnern sich, dass es in der letzten Nacht unruhig auf der Straße gewesen ist. „Wir haben einen Knall gehört“, berichten die beiden Geschwister, die am Jochmarings Damm wohnen.

„Und heute Morgen haben wir dann den ganzen Müll an der Straße liegen sehen.“ Die Kinder sammeln den Papiermüll in drei Säcken ein und finden die dazugehörige Mülltonne 50 Meter weiter am Straßenrand.

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