Im Rathaus gab es wochenlang keine Gelben Säcke mehr
„Der Nachschub ist ausgeblieben“

Greven -

Im Grevener Rathaus sind momentan wieder keine Gelben Säcke zu bekommen. Da gibt es wohl Lieferschwierigkeiten. Allerdings sind bei den anderen Abgabestellen noch genügend Säcke vorhanden.

Freitag, 03.05.2019, 13:48 Uhr aktualisiert: 03.05.2019, 13:50 Uhr
Gelbe Säcke sind immer wieder Mangelware. Remondis klagt, dass viele Säcke zweckentfremdet werden.
Gelbe Säcke sind immer wieder Mangelware. Remondis klagt, dass viele Säcke zweckentfremdet werden. Foto: Peter Beckmann

Gelbe Säcke? Für manchen Grevener ist das ein absolutes Hassthema. Geklagt wird darüber, dass die Säcke viel zu dünn sind, dass man die Säcke kaum auseinander bekommt, dass sie von Vögeln zerrissen werden. Schlimmer wird es nur, wenn man gar keine mehr bekommt.

Der Leser, der sich in der Redaktion beschwert hat, kam aus dem Rathaus. „Da hat man mir gesagt, ich müsse mich selbst darum kümmern und hat mir einen kleinen Zettel mit der Telefonnummer der Firma Remondis in die Hand gedrückt“, echauffiert sich der Mann.

Und tatsächlich: Seit Anfang April gibt es im Rathaus keine Gelben Säcke mehr.

„Ein Mitarbeiter der Stadt hat bereits am 8. April bei der Firma Remondis darum gebeten, dass das Rathaus Nachschub bekommt“, erklärte Wolfgang Jung, Pressesprecher der Stadtverwaltung, auf Anfrage. „Der Nachschub ist aber ausgeblieben.“

Erst am Dienstagmorgen sei das Rathaus mit drei Kartons beliefert worden. „Das reicht allerdings erfahrungsgemäß für maximal einen halben Tag“, so Wolfgang Jung weiter. Aber eine persönliche Stichprobe in zwei anderen Ausgabestellen habe ergeben, dass dort Gelbe Säcke in ausreichender Zahl zu bekommen seien. Und dass es in jüngerer Zeit auch keinerlei Engpass gegeben habe.

Grundsätzlich habe die Stadt Greven überhaupt keinen Einfluss auf die Herstellung und Lieferung von Gelben Säcken.

„Zuständig für die Belieferung mit den Säcken und für die Abfuhr des Verpackungsmülls ist allein die Firma Remondis, die vom Kreis mit Organisation und Abfuhr dieses Mülls beauftragt worden.

„Die Kosten, die für die Entsorgung von Verpackungsmüll aus privaten Haushalten entstehen, werden nicht über die allgemeinen Müllgebühren beglichen, die die Bürger bezahlen. Diese Kosten werden von der Industrie übernommen und sind schon beim Kauf der verpackten Produkte eingepreist“, so Jung weiter.

Michael Schneider, Pressesprecher der Firma Remondis, weist auf die Grundverteilung hin. „Jeder Haushalt bekommt dabei 26 Säcke am Jahresanfang geliefert“, erklärt er.

Wenn dies nicht ausreiche, könne man an den Ausgabestellen Gelbe Säcke nachbekommen. „Oft reichen die Gelben Säcke aber nicht aus, weil sie zweckentfremdet werden“, sagte er, betonte aber auch, dass dies sicherlich nicht grundsätzlich der Grund für einen Mangel an Säcke sei. „Aber was wir schon alles gesehen haben, wofür diese Säcke zweckentfremdet werden, ist unglaublich.“

Grundsätzlich sei die Ansicht vieler Bürger, dass diese Säcke umsonst seien, falsch.

„Wir als Recycling-Unternehmen müssen die Gelben Säcke natürlich bezahlen.“ Würden davon mehr verbraucht, werde dem entsprechend die Kosten auf die Hersteller der Verpackungen umgelegt, und dies werde in der Regel an den Kunden weiter gegeben.

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